Archive for the ‘University’ Category

Universitäts-Bibliothek

12. Dezember 2008

Treppenhaus Regenstein Library University of Chicago

An meinem drittletzten Tag in Chicago habe ich es doch noch geschafft, einen Blick in die hiesige Regenstein Library auf dem Uni-Campus zu werfen.

Fazit: Die Bibliothek selber ist meiner Ansicht nach nichts Besonderes – aber das beleuchtete Treppenhaus hat mir gefallen.

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Effiziente Aktienmärkte?

24. November 2008

Im Kurs „Investments“ an der Chicago Booth setze ich mich derzeit intensiv mit den Kapitalmärkten auseinander. Im Zentrum des Interesses steht dabei die – weiterhin kontrovers diskutierte – Frage, ob Kapitalmärkte effizient sind. Dies wäre gleichbedeutend damit, dass die Aktienkurse im Durchschnitt alle verfügbaren Informationen korrekt widerspiegeln und sich folglich höhere erwartete Renditen nur durch das Eingehen eines entsprechend höheren (Markt-)Risikos erzielen liessen. Im Gleichgewicht würde in diesem Fall jeder Investor eine Kombination aus einem breit diversifizierten Marktportfolio (z.B. in der Form eines Index-Fonds) und einer risikolosen Anlage (z.B. einer Staatsanleihe) halten.

Für das gezielte Auswählen bestimmter Aktien auf der Basis von Aktienanalysen aller Art (ob technischer oder fundamentaler Natur) bliebe in einer solchen Welt der effizienten Kapitalmärkte ebenso wenig Platz wie für das raffinierte Ausbeuten von allfälligem irrationalem Verhalten der Marktteilnehmer (z.B. Abneigung, Verluste zu realisieren). Manager aktiver Fonds müssten als letzte Konsequenz zusammenpacken – denn das Marktportfolio wäre für alle die zugleich einzige und beste Lösung, was die Zusammenstellung des Aktiendepots anbelangt.

Soweit – ganz knapp – die Theorie. Was aber meint die Empirie zu dieser Hypothese effizienter Kapitalmärke?

Aktienmärkte am 24. November 2008

Nicht nur, aber ganz besonders an Tagen wie dem heutigen fällt es (sogar einem Chicagoer Studenten) schwer zu glauben, dass Kapitalmärkte durch und durch effizient sein sollen. Oder gehen die Investoren rund um den Globus tatsächlich davon aus, dass das diskontierte zukünftige Ertragspotenzial der führenden Industrieländer am heutigen 24. November 2008 auf einen Schlag um satte 5-10% gestiegen ist? In Deutschland gar um deren 10%?

Ich denke nicht. Aber wie sagt der Volksmund so schön: Ausnahmen bestätigen die Regel.

So schliesse ich denn mit einem Zitat aus meinem Lehrbuch von Bodie, Kane und Marcus, das nicht nur die heutige wissenschaftliche Meinung in einem Satz zusammenfasst und dabei alle passiven Investoren in ihrer Anlagestrategie bestätigt, sondern auch allen „Ich schlage den Markt“-Investoren neue Hoffnung gibt:

We conclude that markets are very efficient, but that rewards to the especially diligent, intelligent, or creative may in fact be waiting.

„Hätte ich doch am Freitag UBS-Aktien gekauft“ zählt nicht in diese Kategorie.

PS: Wer sich für die Frage interessiert, ob jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um in Aktien zu investieren, dem kann ich den im Wall Street Journal erschienenen Artikel „Is Now the Time to Buy Stocks?“ der Chicagoer Finance-Koryphäe John H. Cochrane wärmstens empfehlen.

Uni-Merchandising-Artikel

22. November 2008

GSB Merchandise Clearance Sales

Heute war es soweit: 50% Rabatt auf alle Merchandising-Artikel mit dem alten Logo der ehemaligen „Chicago GSB“. Entsprechend gross war das Gedränge im Gleacher Center Store der University of Chicago, und ich mittendrin.

Plötzlich wurden auch viele jener Souvenir-Artikel, die sich die meisten Studenten zum Normalpreis kaum kaufen würden, ernsthaft in Betracht zu ziehende Kaufobjekte: Ein GSB-Teddy-Bär? Ein GSB-Schlüsselanhänger? Ein GSB-Trinkbehältnis (von Tassen über Frühstücksflocken-Schalen bis hin zu Shot-Gläsern)? Eine GSB-Fahne, -Mausmatte oder -Krawatte? Oder vielleicht gar eine GSB-Adventskugel für den Weihnachtsbaum?

Wirklich eindrücklich, welch breites Spektrum das GSB-Merchandising-Sortiment umfasst – und wie viele Schlüsselanhänger, Tassenuntersätze, Kugelschreiber, Karten und mit dem GSB-Logo verzierte Fotorahmen nun deshalb von einem Tag auf den anderen ihre Aktualität eingebüsst haben. Chicago Booth sei Dank.

Den Kern des Merchandising-Angebots macht indes das Bekleidungssortiment aus: T-Shirts, Pullover, Flies-Jacken, Polo-Shirts, Sporthosen, Trainer, Baseball-Hüte und gar Baby-Kleider – also (fast) alles, was der Student resp. die Studentin im Alltag trägt. Das Besondere an diesen mit dem Uni-Logo versehenen Bekleidungsstücken: Der grösste Teil wird von bekannten Qualitäts-Herstellern gefertigt und ist entsprechend nicht nur ein Zeichen der Identifikation mit der University of Chicago (resp. der Graduate School of Business im Besonderen), sondern folglich auch tragbar und präsentabel.

So liess denn auch ich mir die einmalige Chance auf das eine oder andere Schnäppchen nicht entgehen und nenne mich seit heute (unter anderem) stolzer Besitzer eines Thommy-Hilfiger-GSB-Kapuzen-Pullovers, einer Champion-GSB-Sporthose und eines Ralph-Lauren-GSB-Polo-Shirts. Für insgesamt bescheidene 72.48 USD.

Town Hall Meeting

20. November 2008

Tasse Chicago Booth

Heute nahm ich am „Town Hall Meeting“ teil, welches der Dean der University of Chicago Booth School of Business, Ted Snyder, für den späteren Nachmittag angekündigt hatte. Zufälligerweise hatte ich mit Ted an der gestrigen Coffee Hour des International Business Exchange Program nicht nur ein paar Worte gewechselt und ihm meine auswärtige Sicht auf die Chicago Booth dargelegt, sondern bei dieser Gelegenheit auch eine der zwei neuen „Chicago Booth“-Tassen erhalten, die er zur Coffee Hour mitgebracht hatte. So konnte ich heute Nachmittag trotz anstehendem Assignment für morgen nicht anders, als – wie ursprünglich geplant – der Einladung für den heutigen Abend Folge zu leisten:

Dear Chicago Booth students,

I am inviting you to join me for a Town Hall meeting today, November 20 at 4:45 pm in the Goldman, Sachs & Co. lecture hall (C25), to discuss the state of the school, implications of the economic and financial crises, and the naming of our school.

I hope you will join me.

Best regards,
Ted

Fazit nach gut anderthalbstündiger Diskussion, die sich vornehmlich um den neuen Namen der Chicago Booth und um die Vor- und Nachteile dieser Umbenennung drehten: Mein Respekt für die ehemalige Chicago GSB resp. neue Chicago Booth und den Dean im Besonderen ist so hoch wie nie. Gleiches gilt für meine Wertschätzung eines offenen, kritischen Dialogs über Hierarchiestufen hinweg.

Besser als mit den Schlussworten von Ted, sinngemäss von mir ins Deutsche übertragen, lässt sich dieser Geist, mit dem ich mich vollends identifizieren kann und welcher der University of Chicago ganz offensichtlich innewohnt, zudem fast nicht beschreiben:

Man beurteile Menschen nicht aufgrund von Hierarchiestufen, sondern anhand der Qualität ihrer Ideen.

Gestern Chicago GSB, heute Chicago Booth

7. November 2008

Logo Chicago GSBAls ich mich nach überstandenen Midterm Exams am heutigen Donnerstagmorgen, 6. November 2008, um die Mittagszeit endlich aus dem Bett erhob, war ich ein ausgeschlafener Austauschstudent an der University of Chicago Graduate School of Business, kurz Chicago GSB.

Wenn ich mich in wenigen Minuten nach einem wunderbaren „Steak ’n‘ Blues“-Abend ins Bett legen werde, werde ich dies tun als Austauschstudent an der University of Chicago Booth School of Business, kurz Chicago Booth.

Oder anders gesagt: Bei einer Spende von 300 Millionen US-Dollar wechselt sogar die zurzeit führende amerikanische MBA-Schule gerne ihren Namen.

Die Website trägt bereits das neue Logo, und an der zumindest für die Studenten äusserst kurzfristig einberufenen Ankündingungszeremonie (rund 1 Stunde Vorlauf, wie mir zu Ohren gekommen ist) am heutigen frühen Abend wurden bereits Pullover und Jacken mit dem neuen Logo verteilt, wie ich im Zug nach Downtown Chicago feststellen konnte.

Logo Chicago BoothNicht schlecht. Tot ist die Chicago GSB, es lebe die Chicago Booth!

Oder so ähnlich. Irgendwie schade, auch wenn David Booth ein sehr passender Namensgeber für die neue alte Business School zu sein scheint.

Ich selber werde mir wohl in den nächsten Tagen endlich noch das eine oder andere GSB-Souvenir ergattern. Oder spätestens beim Ausverkauf tüchtig zuschlagen.

Student Groups

15. Oktober 2008

Die Universität St. Gallen ist bekannt für ihre grosse Zahl an Verbindungen und an anderweitigen studentischen Gruppierungen, die sich abseits der Vorlesungen allen möglichen und unmöglichen Zwecken widmen. Vom Bankers Club über die HSG-Big Band und St. Gallen Sailing bis hin zum Cercle Sniffieux und dem Bündnis Österreichischer Studenten gibt es beinahe für jedes Interesse eine entsprechende Vereinigung.

Ähnlich verhält sich dies an der Chicago GSB – wenn auch mit etwas anderen (weniger ausgefallenen) Schwergewichten: Die Student Groups lassen sich grundsätzlich in zwei Gruppen einteilen, in solche, die beruflich ausgerichtet sind und sich bestimmten Branchen oder Regionen widmen (Investment Banking Group, Real Estate Group, Management Consulting Group, South Asia Business Group, etc.), und in die anderen, die zur Verfolgung und Ausübung persönlicher Interessen und Hobbies gebildet werden (GSB Soccer Club, ChicagoGSB Golf Society, Giving Something Bank, etc.).

Die Fülle an E-Mails, die jeden Tag in den digitalen Postfächern der Studierenden eintreffen und diese auf die bevorstehenden Lunches, Vorträge, Lebenslauf-Review-Sessions, Parties, Ausflüge und anderweitigen Anlässe aufmerksam machen, ist gewaltig, zumal daneben an der GSB auch noch zahlreiche anderweitige Veranstaltungen durchgeführt werden, vom LPF mit Getränken und Snacks für alle am Freitagnachmittag über die vielen Angebote von Career Services (u.a. ExploreMore-Anlässe, an denen MBA-Studenten im 2. Studienjahr über ihre Praktikumserlebnisse berichten) bis hin zu eigentlichen Recruiting-Veranstaltungen und allerlei Gastvorträgen von Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft.

Fazit: Es wird mir also auch in den kommenden Wochen in Chicago bestimmt nicht langweilig. Eigentlich hätte ich ja mit meinen vier Kursen bereits mehr als genügend zu tun.

Eigentlich,

Social Events an der Chicago GSB

26. September 2008

Das Schöne an einer amerikanischen Top Business School, die im brandaktuellen weltweiten Full-Time MBA Ranking der Economist Intelligent Unit auf Platz 3 rangiert (nach dem 1. Platz im vergangenen Jahr) und deren 2-Jahresprogramm jeden Studierenden fast 100’000 USD kostet (macht knapp 5’000 USD pro Quartalskurs, oder rund 500 USD für jede einzelne Vorlesung!): Es wird einem auch neben den eigentlichen Vorlesungen einiges geboten.

So beispielsweise heute Freitagnachmittag: Anderthalb Stunden lang kostenlos Speis und Trank, wobei das Fleisch für die Hamburger auf dem Vorhof der GSB frisch zubereitet wurden. Drinnen bot sich den Studenten nebst verschiedenen nichtalkoholischen Getränken unter anderem die angenehme Qual der Wahl zwischen verschiedenen Bier-Sorten.

Das Überraschendste und zugleich Überzeugendste am ganzen Anlass: Auch um 17.55 Uhr, d.h. 5 Minuten vor dem offiziellen Ende der Veranstaltung, war trotz Grossandrangs der Studenten (es fand gleichzeitig die Vereinsbörse statt) noch von allen Speisen reichlich vorhanden. Die unterschwellige Angst vieler (Austausch-)Studenten, das Essen könnte nach wenigen Minuten knapp werden und deshalb Eile vonnöten sein, stellte sich also als vollkommen unbegründet heraus. Wunderbar – so wie es sich für eine Weltklasse-Universität eben gehört.

Noch schöner ist nur eines: Die Vorfreude darauf, dass uns Studierenden auch an den kommenden Freitagnachmittagen jeweils etwas geboten werden soll. Inklusive mir, der ich mit meinem Semestergeld an der Universität St. Gallen von rund 1000 CHF gerade einmal ein Äquivalent von zwei einzelnen GSB-Vorlesungen bezahle. Die erste habe ich heute Freitag bereits genossen, die zweite steht morgen Samstagmorgen auf dem Programm.

Der ganze Rest: a free lunch, sozusagen, im wahrsten Sinne des Wortes. Lucky me.

Dean’s List Sophia University

9. September 2007

Dean’s List Sophia University (Tokyo)

Von Zeit zu Zeit beschert einem das (universitäre) Leben ganz unverhofft schöne Überraschungen – so geschehen am 2. Juli dieses Jahres, als ich vom Internationalen Austauschdienst (IAD) der Universität St. Gallen die folgende Nachricht erhielt:

Da Sie in Ihrem Austauschaufenthalt in Japan sehr gute Leistungen abgelegt haben, hat ihnen die Sophia ein spezielles Dokument ausgestellt, welches ab sofort bei uns im IAD abholbereit ist.

Wie sich kurz darauf beim Abholen der Auszeichnung herausstellen sollte, handelte es sich bei diesem „speziellen Dokument“ um die Bestätigung der Platzierung auf der Dean’s List der Faculty of Liberal Arts der Sophia University, „which recognizes outstanding scholastic achievement“.

Da das japanische Uni-Niveau aufgrund einer viel höheren Hochschul-Absolventen-Quote mit dem schweizerischen nicht zu vergleichen ist und sich deshalb der Wert dieses Zertifikats – zumindest ausserhalb Japans – in engen Grenzen hält, habe ich mir erst heute die Mühe gemacht, auf der Website der Faculty of Liberal Arts der Sophia University nachzuschlagen, was die Voraussetzungen für diese Auszeichnung eigentlich bedeuten:

The Dean’s List is published each semester. To qualify, a student must have a semester average of 3.5 or better out of a possible 4.0 and must have completed atleast 16 credits during the semester concerned.

Der Noten- und Punktemassstab ist wie folgt definiert:

A = 100-90% = Excellent = 4.0
B = 89-80% = Good = 3.0
C = 79-70% = Satisfactory = 2.0
D = 69-60% = Passing = 1.0
F = Failure

Oder auf die HSG umgemünzt: A (4.0) = 6.0, B (3.0) = 5.0. Somit entspricht die Dean’s-List-Mindestanforderung eines Quality Point Indizes von 3.5 also einer Durchschnittsnote von 5.5 im schweizerischen Notenmassstab.

Zumindest auf dem Papier.

Uni-Sport

11. Februar 2007

Plakat von sophialax

Meine sportliche Ertüchtigung im letzten Semester beschränkte sich auf tägliches Marschieren (zweimal rund 15 Minuten), sporadisches Joggen und Velofahren (Hin- und Rückweg zur Rundbahn), gelegentliches Sightseeing-Spazieren, zweimaliges Bergwandern (Fujisan) und einmaliges Schwimmen im nahegelegenen Hallenbad.

Wäre ich länger als bloss einige Monate in Tokyo geblieben, hätte ich mir ein Engagement in einem der vielen Sportvereine der Sophia University ernsthaft überlegen müssen. sophialax, Sophia’s Lacrosse Team, hätte ich dabei wahrscheinlich nur schon wegen der versprochenen schönen Nebeneffekte in die engere Auswahl miteinbeziehen müssen.

Japanese Oral Exam

10. Februar 2007

Was Daniel kann, kann ich auch: Etwas mit meinen sehr beschränkten Japanisch-Kenntnissen angeben.Verfasst von meinem Mitstudenten aus Taiwan, sprachlich überarbeitet von meiner Gastmutter und mir, drehte sich unser kurzer Japanisch-Mündlich-Dialog um eine traurige Liebesgeschichte – mit wahrscheinlichem Happy End. Denn die Freundin, die mich verlassen hat, meldet sich just in jenem Moment, als ich mich auf Ratschlag von James hin auf die Suche nach einer neuen Freundin machen will, auf meinem Handy. Bianca wäre neidisch.

J: Stephanさん、元気ですか。
S: あのう、私は気分が悪いです。
J: ほんとに?なぜ?
S: ガールフレンドと別れました。
J: 「別れる」ってどういう意味ですか。
S: My girlfriend dumped meという意味です.
J: どうしてわかれたんですか?君はいいboyfriendですよ、お金をたくさん持っているし、親切でかっこいいですよ。
S: リサさんは、「あなたは年上で、しかもいつもデートにおくれる」といいました。
J: 女の人はちこくがすきじゃないね。どのくらい電話をしなかった?
S: 2か月くらい電話をしなかった。
J: そうですか。心配しないで!東京にはたくさん女の人がいます。簡単ですよ。今からガールフレンドを見つけにいきましょうか。
S: オーケー。リサさんのことを忘れましょう。新しいガールフレンドを 見つけましょう。
J: みてみて、あそこ...きれいな女の人いすよ。かみがながいですね。でんわぼんごうをききたいんですか。
S: はい!
Stephan walks towards the girl and suddenly his phone rings while he is starting a conversation with her.
もしもしStephanです。ああ、リサさん!あいたいですね、はい!1時間後、はい。四つ谷駅であいましょう. はい! じゃ、ね。
J: 新しいガールフレンドをみつけないんですか?
S: ごめん!! やっぱり、リサさんのことが大好きです。いまからリサさんとデートします。じゃ、またね。
J: じゃ、がんばってね。