Archive for the ‘Daily Life’ Category

Wie die Zeit verfliegt

15. Mai 2011

Seit meinem letzten Blog-Eintrag über meine bevorstehende Reise nach Singapur und Bangkok ist über ein Jahr vergangen – verflogen. Rund 30 Retour-Flüge habe ich in diesem Zeitraum absolviert: Stockholm, Göteborg, Paris, London, Salt Lake City, Düsseldorf, Brüssel. Daneben zahlreiche Zugsreisen und Autofahrten in der Schweiz und nach Deutschland – vorwiegend privater (Wochenend-)Natur. Zudem: Mein erster Opern-Besuch (Nabucco in Obersaxen), mein erster Ballett-Besuch (und was für einer: Bolshoi’s „Don Quichote“), üppiger Afternoon Tea in der National Gallery in London, München-Wochenende mit Grossmutter und Bruder bei schönstem Sommerwetter, Wiedersehen mit meinen japanischen Gasteltern in Locarno, Kurzurlaube in London, im Tessin, Graubünden (inkl. längster Schlittelfahrt der Schweiz in den Fiderisern Heubergen), in Würzburg und am Titisee, etliche Nächte in den Personalwohnhäusern der Spitäler Aarau und Muri (meinem Schatz sei Dank), drei Militär-Umschulungs- resp. Wiederholungskurse mit exquisiten Brownies und gebrannten Mandeln in den Fresspäcklis, Adventskalender mit täglichen Überraschungen, traditionelles Eierfärben in Möriken, Geburtstagsfeiern, Nachtessen und Wiedersehen verschiedenster Art, und zahlreiche weitere Highlights in grösseren und kleineren Dimensionen (z.B. Kirschblühte in Basel).

Ein abwechslungsreiches Jahr, so wie ich es mir im vergangenen Frühling gewünscht hatte. Und so wie ich es mir für das kommende Jahr ein bisschen weniger wünsche.

Damit auch die Zeit vielleicht etwas weniger schnell verfliegt.

Singapore Airlines A380: Zurich – Singapore

28. März 2010

Für einmal bin ich hautnah mitdabei, wenn die Luftfahrt – zumindest im Kleinen – Geschichte schreibt: Auf dem ersten regulären A380-Linienflug, der am 28. März 2010 um 12.00 Uhr in Zürich startet. Singapore, here I come!

Über den Wolken

16. November 2009

minna-san, konnichi-ha!

Lange ist es her, seit ich mich mit einem kurzen Rückblick auf meine gelungenen USA-Sommerferien zum letzten Mal im Blog zu Wort meldete und anschliessend – wortlos – in eine „kreative Pause“ (Harald Schmidt) abtauchte. Bei allen Leserinnen und Lesern, die in der Zwischenzeit auf der Suche nach einem neuen Beitrag vergebens auf kokoa41 vorbeigeschaut haben, möchte ich mich hiermit herzlich entschuldigen. Gomenne – es war nicht persönlich gemeint.

Vielmehr hat sich in den letzten Monaten einiges geändert im Leben des Gaijins, der zwischen September 2006 und Juli 2009 keinen einzigen blog-beitrag-losen Monat zu verzeichnen hatte und nun während mehr als drei Monaten in der Versenkung verschwunden ist. Aus dem unternehmerisch aktiven Studenten ist ein Angestellter geworden, aus dem Aargauer und Wochenaufenthalter in St. Gallen ein Wahl-Zürcher (mit Betonung auf Wahl), aus dem Einzelkämpfer eine schlechtere Hälfte. Das Startup-Baby aktionis.ch ist in neue Hände übergegangen, und das Zielpublikum für viele der zumeist nächtlichen Schreibaktivitäten ist noch kleiner geworden, als es die erlesene, aber öffentliche kokoa41-Community ist. Und dies alles ist auch richtig so. Denn wie heisst es so schön: Alles zu seiner Zeit.

Wer weiss, vielleicht werden eines Tages wieder andere Zeiten anbrechen, in denen dieser Blog neue Blütezeiten erleben wird. Eingemottet wird er jedenfalls nicht. In den kommenden Wochen und Monaten wird die Schreibkadenz indes voraussichtlich weiterhin gering ausfallen. Man möge es mir nachsehen. Aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben – und meine Freude am Schreiben ist geblieben, ebenso wie jene am Beobachten der Facetten verschiedenster Kulturen.

Die nächste Kultur, die ich aus der Nähe beobachten kann, ist – erneut – die amerikanische: Während ich diese Zeilen schreibe, befinde ich mich hoch über den Wolken, im Flugzeug nach New York – meine erste interkontinentale Geschäftsreise. Gemischt sind die Gefühle, da ich mich zwar auf New York freue (der Aufenthalt im letzten Dezember ist mir abgesehen vom Christmas Tree vor dem Rockefeller Center in durchwegs positiver Erinnerung geblieben), gleichzeitig jedoch auch befürchte, von der Stadt dieses Mal nicht allzu viel mitzubekommen. Wie es halt Geschäftsreisen so an sich haben. So werde ich zufrieden sein, wenn ich Ende Woche auf der Rückreise von mir sagen kann, neben dem Arbeiten auch ein feines amerikanisches Steak gegessen zu haben. Falls es sogar für eine Jogging-Runde im Central Park oder für einen Besuch in der Rooftop Bar 230 Fifth reichen sollte, umso besser. Immer schön bescheiden bleiben, sich aber auch ab und zu etwas gönnen – so meine Devise, einst wie heute.

Ein „Lipton Yellow Label“-Tee mit Milch und Musik des Schweizer Soul-Musikers im Ohr begleiten mich auf meiner Reise. Es sind die kleinen Dinge, die das Leben lebenswert machen. Halten wir die Augen offen nach ihnen.

Nachtrag: US-Westküste

31. Juli 2009

Sonnenuntergang im Grand Canyon

Die Reise durch Kalifornien, Nevada und Arizona war ein voller Erfolg – auch wenn mir (soviel gleich vorne weg) in Las Vegas kein Spielglück zuteil kam. Aber ich, der ich von der Irrationalität des wiederholten Glückspiels überzeugt bin, hätte einen Spielgewinn auch nicht verdient gehabt.

Neben den eindrücklichen Küsten-, Landwirtschafts- und Wüstenlandschaften und den Städten San Francisco, Los Angeles, San Diego, Tijuana (Mexiko) und Las Vegas mit ganz verschiedenartigen Charakteren bleibt mir vor allem der Ausflug zum und in den Grand Canyon in bester Erinnerung. Eindrücklich, Gesteinsschichten aus rund einem Drittel der Erdzeit (die untersten Schichten sind über 1.5 Milliarden Jahre alt) innert weniger Stunden durchwandern zu können.

Ebenfalls in bester Erinnerung bleibt mir die hohe Hilfsbereitschaft der Amerikaner. Beispielsweise unsere Auto-Vermieterin in San Francisco, die uns den Zuschlag von 25 USD pro Tag, der für Fahrer unter 25 Jahre erhoben wird, grosszügig erliess, weil der eine Fahrer über 25 Jahre alt war. Oder der Buschauffeur in der Nähe des Flughafens in Las Vegas, der uns gratis zum nahegelegenen grossen Bus-Zentrum brachte, von wo wir – gegen Bezahlung – den richtigen Bus zurück ins Zentrum nehmen konnten. Oder die beiden Damen in der Frequent-Traveller-Lounge von U.S. Airways am Flughafen in Las Vegas, die uns (Nicht-Frequent-Travellern…) im Sinne einer ausserordentlichen Ausnahme erlaubten, an ihrem (!) Computer den Web-Check-in für unseren Rückflug durchzuführen, weil United nicht dazu imstande war. Und sowieso nicht die allerzuverlässigste Airline zu sein scheint, was übrigens auch die United-Angestellte selber ohne Umschweife bestätigte (Sinngemäss: Wir: „United is not a reliable carrier… too many delays.“ Sie: „Yes, that’s true, this happens often.“) .

Beigetragen zum positiven Erlebnis hat mit Sicherheit auch der Umstand, dass das Thema „Sicherheit und Kriminalität“ während unseres Urlaubs kaum zur Sprache kam. Ganz im Gegenteil zu meinem Aufenthalt in Chicago, wo die stete Unsicherheit ein ungeliebter, aber umso treuerer Begleiter war.

Doch, es war ein rundum gelungener USA-Aufenthalt. So gelungen, dass mir dieses Mal sogar das „Tippen“ (Bediengeld geben) nichts ausmachte.

US-Westküste

26. Juni 2009

Vergangene Woche in meinem SPAM-Filter:

Sind Sie ein echter Spieler ? Pruefe Sie es jetzt. Vegas Club Casino ist die richtige Adresse fuer den richtigen Deal.

Ich werde mein Glück gleich vor Ort versuchen. In Las Vegas.

Dank dem vierwöchigen WK, der hinter mir liegt, habe ich auch das entsprechende Spielgeld zur Hand. Sold sei Dank.

Vom Nutzen rudimentärer Japanisch-Kenntnisse

15. April 2009

Restaurant Mikado, Takayama

Es sind die schönen Momente eines Japan-Reisenden: Auf der Karte des Rickshaw Inn in Takayama, wo ich die letzte Nacht meiner 7-tägigen Reise mit dem JR Japan Rail Pass verbracht habe, war eingezeichnet, dass ich beim „Restaurant Mikado“ links abbiegen müsste.

Als ich vor dem obigen Gebäude stand, wusste ich: ich war richtig. みかど – mikado.

So nützlich können rudimentäre Japanisch-Kenntnisse sein.

Sakura: Kirschblühte in Japan

13. April 2009

Sakura und Fotograf: Hikarigaoka, Tokyo, 2009

Es war einer losgezogen, um sich die Kirschblühte in seiner zweiten „Heimat“ Japan anzusehen. Und er wurde mit einer Sakura belohnt, die ihren Beschreibungen in nichts nachstand.

運がよかった – un ga yokatta, was frei übersetzt soviel bedeutet wie „das Schicksal meinte es gut mit mir“. Blühende Kirschbäume, wohin ich kam – von Tokyo über Kyoto, Nara, Kobe, Osaka, Kurashiki und Himeji bis hin nach Kanazawa. Und auch der Wettergott stand auf meiner Seite und liess Nihon während meines zweiwöchigen Japan-Aufenthalts an der Mehrzahl der Tage im Sonnenlicht erstrahlen. Zuvor hatte er mit kühlem Wetter in der zweiten Hälfte des März dafür gesorgt, dass die Sakura-Bäume mit ihrer Blühte genau bis zu meiner Ankunft warteten. So jedenfalls die Schilderung meiner Gasteltern, die sich mit dem Bericht auf japan-guide.com zu decken scheint:

Because of an unusually warm February and first half of March, cherry blossoms started to open several days ahead of their average schedule this year. However, a big drop in temperatures in the second half of March slowed down the blossoms considerably in many cities of Japan, resulting in delayed full bloom.

Und am Tag meiner Rückkehr schneite es Kirschblühten. Ein Timing, das besser nicht hätte sein können. Dankeschön.

Ich komme wieder.

Sakura-Prognose

14. März 2009

Sakura-Prognose 2009

Es ist soweit: Die Sakura-Prognose 2009 ist seit kurzem auf japan-guide.com veröffentlicht. Und die wohl wichtigste jährliche Vorhersage des japanischen meteorologischen Instituts verheisst (Stand 11. März 2009):

Because temperatures in February were above average in most parts of Japan and similarly mild temperatures are forecast for March, the cherry blossoms are expected to open a few days ahead of their average schedule in 2009.

Möge das Orakel Recht haben. Denn ein Blick auf meinen Japan-Reiseplan hat soeben ergeben, dass ich – sollte die Prognose zutreffen – alle meine Reiseorte zur jeweils erwarteten besten Kirschblühten-Zeit besuchen könnte. Touch wood. Die Vorfreude kann beginnen.

Alle, die dieses Jahr zu Hause bleiben müssen, können zumindest im Rahmen der Lektüre der lesenswerten NZZ-Artikels „Japan im Kirschblühten-Rausch“ vom 27. Februar 2009 an der Kirschblühe teilhaben. Ein schwacher Trost, ich weiss. Aber immerhin.

PS: Die Sakura-Karte stammt direkt aus der Vorhersage des japanischen meteorologischen Institut (in Japanisch). arigatou gozaimasu.

Japanisches karē raisu

27. Februar 2009

Japanisches kare raisu

In kulinarischer Hinsicht stand bei mir die letzte Woche ganz im Zeichen einer „International Week“. Am Montagabend gönnte ich mir seit langem wieder einmal bei McDonald’s einen Burger mit Pommes frites und einer grossen Cola. Ganz wie damals am Flughafen O’Hare in Chicago nach meiner Ankunft im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Und am Dienstagmittag übte ich mich – erst zum zweiten Mal in nunmehr genau zwei Jahren – als japanischer Koch und zauberte ein karē raisu, was so viel heisst wie „Curry Rice“, auf den Tisch.

Kenner der japanischen Küche werden bemerken: „Naja, so schwierig ist das nicht.“ Und in der Tat heisst es sogar auf Wikipedia:

One reason why curry is so popular in Japan is that it is very easy to make compared to many other Japanese dishes. It can be made from a ready-made curry sauce mix, or roux (カレールー), in under an hour.

Allein: Ich konnte auf der japanischen Packung der besagten Curry-Würfel, die den ganzen Charakter des japanischen karē ausmachen, kaum etwas lesen, geschweige denn verstehen, und hatte auch keine Lust, mich darin zu üben oder eine kurze Internet-Recherche durchzuführen. So kochte ich denn das Curry grösstenteils nach dem bewährten Rezept „Freestyle“ resp. „Handgelenk mal Pi“, mit der kleinen Bildanleitung auf der Verpackung als einziger Unterstützung.

Als Zutaten verwendete ich gewürfeltes Schweinefleisch, Zwiebeln, Kartoffeln und Karotten. Schenkt man obigem Wikipedia-Beitrag Glauben, deckte ich damit sogar alle Grundzutaten des karē raisu ab.

Geschmeckt hat das karē jedenfalls genau so, wie ich es in Erinnerung hatte. Hätte ich zusätzlich auch noch japanischen Reis zur Hand gehabt anstelle von Uncle Ben, der als „lender of last resort“ meines Vorrats spontan in die Bresche springen musste, ich hätte in Anlehnung an Norah Jones stolz behaupten können: „Tasted like home“.

Gegessen habe ich das kare raisu natürlich – wie es sich in Japan gehört – nicht mit Gabel und Messer oder Essstäbchen, sondern stilecht mit dem Löffel.

gochisosama deshita.

Nachtrag: Japan revisited

17. Februar 2009

Der japanische Botschafter in der Schweiz, Ichiro Komatsu, ist dieser Tage ein gefragter Mann. Einerseits musste er der NZZ am Sonntag zum Freihandelsabkommen der Schweiz mit Japan, welches am 19. Februar 2009 in Tokyo unterzeichnet wird, Red und Antwort stehen. Andererseits fragte ihn die Coopzeitung im Rahmen ihres „Asien Spezial“ nach seinen Erfahrungen in und mit der Schweiz.

In beiden Interviews verwies der Botschafter auf die Gemeinsamkeiten zwischen Japan und der Schweiz, jeweils mit Bezugnahme auf unterschiedliche Aspekte. Deshalb an dieser Stelle als Nachtrag zu meinem „Japan revisited“-Artikel der entsprechende Ausschnitt aus dem Gespräch mit dem Coopmagazin:

Japan und die Schweiz sind zwar weit entfernt, haben jedoch mehrere Gemeinsamkeiten. Beide Länder sind nicht sehr gross, aber sehr gebirgig und haben wenige natürliche Ressourcen. Sie haben sich dank dem fleissigen Volk entwickelt und halten die Pünktlichkeit und das Handwerk für ausgesprochen wichtig.

Die Schweiz hat sehr viele verschiedene ländliche Merkmale auf relativ engem Raum, welche eine weitere Gemeinsamkeit mit Japan darstellen.

Der grösste Unterschied zwischen den beiden Ländern?

Japan ist eine Insel, von Meer umgeben, und die Schweiz ist ein Binnenland.

Was auch für die japanischen Restaurants eine Herausforderung darstellt, wie der Botschafter zu berichten weiss:

Im Vergleich zu meiner Zeit in Genf ist heute in der Schweiz, wie in der ganzen Welt, das Interesse an japanischem Essen sehr gross. Dies freut mich sehr. Die japanische Regierung setzt sich sehr für die Förderung der japanischen Esskultur ein. In Bern gibt es einige japanische Restaurants, welche sehr beliebt sind. Wir möchten uns aber darum bemühen, dass die Botschaftsresidenz das beste „Restaurant“ in Bern wird. Der Erfolg der japanischen Küche ist sehr auf Qualitätsprodukte angewiesen. Mein Koch geht immer zu Coop, um danach zu suchen. Im Binnenland Schweiz kann man fast alles kaufen, jedoch ist es nicht immer leicht, frische Fische für Sashimi zu finden.

Coop wird die Werbung von hoher japanischer Stelle sicherlich gefreut haben.