Archive for November 2008

Blueberry Pie

30. November 2008

Blueberry Pie with Vanilla Ice Cream

Zugegeben: Ich habe den Blueberry Pie zu Thanksgiving nur deshalb gekauft, weil ich vor einiger Zeit den Film „My Blueberry Nights“ von Wong-Kar Wai mit Norah Jones und Jude Law in den Hauptrollen gesehen hatte und nun hier in den USA den Heidelbeerkuchen selber probieren wollte.

Mein Fazit: Blueberry Pie, besonders in Kombination mit Vanille-Glace, ist Weltklasse. Lizzy hat definitiv Geschmack.

Black Friday

28. November 2008

Sales in Macy's

Wenn an Thanksgiving der Truthahn im Familienkreise verspiesen ist, steht in den USA bereits das nächste Highlight des Erntedank-Wochenendes auf dem Programm: Black Friday – der Shopping-Tag des Jahres für alle Amerikanerinnen und Amerikaner.

Die meisten amerikanischen Geschäfte offerieren an diesem Tag besondere Sonderrabatte. In Downtown Chicago beispielsweise boten viele Geschäfte, darunter auch die Markenhäuser wie Armani, Ermässigungen in der Höhe von 20-30% auf das ganze (Kleider-)Sortiment bis mittags um zwölf. In anderen Ladenketten gab es selektiv Rabatte in unterschiedlicher Höhe auf bestimmte Produkte oder Produktgruppen. Gefüllte Einkaufstaschen en masse waren das sichtbare Resultat entlang der Einkaufsstrasse Michigan Avenue in Chicago.

Den wahren Hardcore-Shoppern bin ich jedoch heute im Verlaufe des späteren Morgens an der Einkaufsmeile Chicagos mit grosser Sicherheit nicht begegnet. Die hatten sich nämlich – wie ich vermute – entweder bereits am Thanksgiving-Abend nach dem Truthahn-Plausch auf den Weg in eines der Shopping-Center gemacht, welche ihre Tore ausnahmsweise bereits um Mitternacht öffneten, oder sich allerspätestens am Morgen in der Früh (um 4 oder 5 Uhr) eines der begehrtesten Ausverkaufs-Objekte ergattert.

Mit der Deadline „noon“, welche in zahlreichen Läden zumindest dem eigentlichen Gipfel des Konsumrausches ein relativ frühes Ende setzte, vor Augen.

Thanksgiving

27. November 2008

Turkey for Thanksgiving (in supermarket Treasure Island)

Thanksgiving in den USA – oder: ein Land isst Turkey.

Ich mache da keine Ausnahme. Und wenn der Turkey so gut schmeckt, wie er schwer ist, dann sollte einem leckeren Festschmaus am heutigen frühen Abend eigentlich nichts im Wege stehen.

Handy-Kommunikation

26. November 2008

Das Schöne am Kommunizieren per cell phone in den USA: Der Spass ist relativ günstig. So zahle ich mit meiner T-Mobile-Prepaid-Karte für eine Kurznachricht blosse 10 Cents und weniger als 20 Cents pro Minute für einen Anruf in alle Netze. Ob es sich um eine Festnetznummer oder Handynummer handelt, spielt dabei keine Rolle.

Das weniger Schöne am Kommunizieren per cell phone in den USA: Nicht nur das Senden von Nachrichten und das Anrufen kosten, sondern auch der Erhalt von Nachrichten und das Angerufenwerden – Letzteres genau gleich viel wie Ersteres.

Mit dem Bezahlen für einen eingehenden Anruf kann ich mich problemlos abfinden, zumal angesichts der humanen Verbindungspreise. Ich kann ja selber bestimmen, ob ich einen eingehenden Anruf annehmen will – oder eben nicht.

Schwerer tue ich mich dagegen mit dem Konzept des Bezahlens für eingehende Kurznachrichten. Will ich tatsächlich jeden Samstag für die Info eines Clubs, den ich nicht kenne (er aber offensichtlich meine Nummer von irgendwoher), 10 Cents pro Nachricht hinblättern? Will ich tatsächlich, dass der Empfänger meiner Nachricht, welche nur ein paar gute Wünsche oder ähnliches enthält, 10 Cents bezahlen muss?

Ich für mich beantworte beide Fragen mit einem klaren Nein und ziehe das europäische Verursacherprinzip dem amerikanischen Splitting eindeutig vor, zumindest was die Nachrichten anbelangt. Dann hätte ich heute Abend auch kein schlechtes Gewissen haben müssen, als mein Handy von sich aus, aus meiner Hostentasche, 23 Kurznachrichten an ein- und dieselbe Empfängerin verschickt hat. Super.

Die offenbar heute Nachmittag nicht eingeschaltete Tastensperre lässt grüssen. Und lacht schelmisch.

Effiziente Aktienmärkte?

24. November 2008

Im Kurs „Investments“ an der Chicago Booth setze ich mich derzeit intensiv mit den Kapitalmärkten auseinander. Im Zentrum des Interesses steht dabei die – weiterhin kontrovers diskutierte – Frage, ob Kapitalmärkte effizient sind. Dies wäre gleichbedeutend damit, dass die Aktienkurse im Durchschnitt alle verfügbaren Informationen korrekt widerspiegeln und sich folglich höhere erwartete Renditen nur durch das Eingehen eines entsprechend höheren (Markt-)Risikos erzielen liessen. Im Gleichgewicht würde in diesem Fall jeder Investor eine Kombination aus einem breit diversifizierten Marktportfolio (z.B. in der Form eines Index-Fonds) und einer risikolosen Anlage (z.B. einer Staatsanleihe) halten.

Für das gezielte Auswählen bestimmter Aktien auf der Basis von Aktienanalysen aller Art (ob technischer oder fundamentaler Natur) bliebe in einer solchen Welt der effizienten Kapitalmärkte ebenso wenig Platz wie für das raffinierte Ausbeuten von allfälligem irrationalem Verhalten der Marktteilnehmer (z.B. Abneigung, Verluste zu realisieren). Manager aktiver Fonds müssten als letzte Konsequenz zusammenpacken – denn das Marktportfolio wäre für alle die zugleich einzige und beste Lösung, was die Zusammenstellung des Aktiendepots anbelangt.

Soweit – ganz knapp – die Theorie. Was aber meint die Empirie zu dieser Hypothese effizienter Kapitalmärke?

Aktienmärkte am 24. November 2008

Nicht nur, aber ganz besonders an Tagen wie dem heutigen fällt es (sogar einem Chicagoer Studenten) schwer zu glauben, dass Kapitalmärkte durch und durch effizient sein sollen. Oder gehen die Investoren rund um den Globus tatsächlich davon aus, dass das diskontierte zukünftige Ertragspotenzial der führenden Industrieländer am heutigen 24. November 2008 auf einen Schlag um satte 5-10% gestiegen ist? In Deutschland gar um deren 10%?

Ich denke nicht. Aber wie sagt der Volksmund so schön: Ausnahmen bestätigen die Regel.

So schliesse ich denn mit einem Zitat aus meinem Lehrbuch von Bodie, Kane und Marcus, das nicht nur die heutige wissenschaftliche Meinung in einem Satz zusammenfasst und dabei alle passiven Investoren in ihrer Anlagestrategie bestätigt, sondern auch allen „Ich schlage den Markt“-Investoren neue Hoffnung gibt:

We conclude that markets are very efficient, but that rewards to the especially diligent, intelligent, or creative may in fact be waiting.

„Hätte ich doch am Freitag UBS-Aktien gekauft“ zählt nicht in diese Kategorie.

PS: Wer sich für die Frage interessiert, ob jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um in Aktien zu investieren, dem kann ich den im Wall Street Journal erschienenen Artikel „Is Now the Time to Buy Stocks?“ der Chicagoer Finance-Koryphäe John H. Cochrane wärmstens empfehlen.

Papiertaschentücher

24. November 2008

Vor meiner Abreise in die USA war ich gewarnt worden: Die amerikanischen Papiertaschentücher seien den schweizerischen qualitativ deutlich unterlegen.

MIt dieser Warnung im Hinterkopf griff ich beim ersten Einkauf von Papiertaschentüchern im „Treasure Island“ (gemäss eigener Bewerbung „America’s Most European Supermarket“) ganz bewusst auf ein Qualitätsprodukt zurück: Die Kleenex-Taschentücher würden sicherlich mit dem europäischen Standard mithalten können, so meine Annahme.

Denkste.

Auch die Kleenex-Tücher sind nur zweilagig. Und dies trotz stolzem Preis.

Da lobe ich mir die japanischen Taschentücher: Qualitativ sind sie zwar nicht viel hochwertiger – aber dafür meistens umsonst.

Uni-Merchandising-Artikel

22. November 2008

GSB Merchandise Clearance Sales

Heute war es soweit: 50% Rabatt auf alle Merchandising-Artikel mit dem alten Logo der ehemaligen „Chicago GSB“. Entsprechend gross war das Gedränge im Gleacher Center Store der University of Chicago, und ich mittendrin.

Plötzlich wurden auch viele jener Souvenir-Artikel, die sich die meisten Studenten zum Normalpreis kaum kaufen würden, ernsthaft in Betracht zu ziehende Kaufobjekte: Ein GSB-Teddy-Bär? Ein GSB-Schlüsselanhänger? Ein GSB-Trinkbehältnis (von Tassen über Frühstücksflocken-Schalen bis hin zu Shot-Gläsern)? Eine GSB-Fahne, -Mausmatte oder -Krawatte? Oder vielleicht gar eine GSB-Adventskugel für den Weihnachtsbaum?

Wirklich eindrücklich, welch breites Spektrum das GSB-Merchandising-Sortiment umfasst – und wie viele Schlüsselanhänger, Tassenuntersätze, Kugelschreiber, Karten und mit dem GSB-Logo verzierte Fotorahmen nun deshalb von einem Tag auf den anderen ihre Aktualität eingebüsst haben. Chicago Booth sei Dank.

Den Kern des Merchandising-Angebots macht indes das Bekleidungssortiment aus: T-Shirts, Pullover, Flies-Jacken, Polo-Shirts, Sporthosen, Trainer, Baseball-Hüte und gar Baby-Kleider – also (fast) alles, was der Student resp. die Studentin im Alltag trägt. Das Besondere an diesen mit dem Uni-Logo versehenen Bekleidungsstücken: Der grösste Teil wird von bekannten Qualitäts-Herstellern gefertigt und ist entsprechend nicht nur ein Zeichen der Identifikation mit der University of Chicago (resp. der Graduate School of Business im Besonderen), sondern folglich auch tragbar und präsentabel.

So liess denn auch ich mir die einmalige Chance auf das eine oder andere Schnäppchen nicht entgehen und nenne mich seit heute (unter anderem) stolzer Besitzer eines Thommy-Hilfiger-GSB-Kapuzen-Pullovers, einer Champion-GSB-Sporthose und eines Ralph-Lauren-GSB-Polo-Shirts. Für insgesamt bescheidene 72.48 USD.

Town Hall Meeting

20. November 2008

Tasse Chicago Booth

Heute nahm ich am „Town Hall Meeting“ teil, welches der Dean der University of Chicago Booth School of Business, Ted Snyder, für den späteren Nachmittag angekündigt hatte. Zufälligerweise hatte ich mit Ted an der gestrigen Coffee Hour des International Business Exchange Program nicht nur ein paar Worte gewechselt und ihm meine auswärtige Sicht auf die Chicago Booth dargelegt, sondern bei dieser Gelegenheit auch eine der zwei neuen „Chicago Booth“-Tassen erhalten, die er zur Coffee Hour mitgebracht hatte. So konnte ich heute Nachmittag trotz anstehendem Assignment für morgen nicht anders, als – wie ursprünglich geplant – der Einladung für den heutigen Abend Folge zu leisten:

Dear Chicago Booth students,

I am inviting you to join me for a Town Hall meeting today, November 20 at 4:45 pm in the Goldman, Sachs & Co. lecture hall (C25), to discuss the state of the school, implications of the economic and financial crises, and the naming of our school.

I hope you will join me.

Best regards,
Ted

Fazit nach gut anderthalbstündiger Diskussion, die sich vornehmlich um den neuen Namen der Chicago Booth und um die Vor- und Nachteile dieser Umbenennung drehten: Mein Respekt für die ehemalige Chicago GSB resp. neue Chicago Booth und den Dean im Besonderen ist so hoch wie nie. Gleiches gilt für meine Wertschätzung eines offenen, kritischen Dialogs über Hierarchiestufen hinweg.

Besser als mit den Schlussworten von Ted, sinngemäss von mir ins Deutsche übertragen, lässt sich dieser Geist, mit dem ich mich vollends identifizieren kann und welcher der University of Chicago ganz offensichtlich innewohnt, zudem fast nicht beschreiben:

Man beurteile Menschen nicht aufgrund von Hierarchiestufen, sondern anhand der Qualität ihrer Ideen.

Cookies

20. November 2008

Cookies

Eines muss man den Amerikanern lassen: Cookies backen, das können sie.

Auch wenn ich selber in der Regel jeweils nach einem Cookie wieder genug habe.

Nachtrag: Cheesecake

17. November 2008

Mit dem Chicagoer Cheesecake verhält es sich wie mit einem Schweizer Fondue: Am Anfang freut man sich sehr darauf, und bei den letzten Bissen ist man froh, dass man es bald – endlich – geschafft hat.

Bis zum nächsten Mal.