Archive for Oktober 2008

Disconnected

30. Oktober 2008

… und keine Rettung in Sicht: Auch nach einem anderthalbstuendigen Telefonat mit dem IT-Support der University of Chicago hat sich am Umstand, dass ich seit gestern Nachmittag von meinem persoenlichen Notebook aus nicht mehr auf das Internet zugreifen kann, leider nichts geaendert. Weder ueber das Wireless- noch ueber das LAN-Netzwerk, und dies obgleich beide Verbindungen grundsaetzlich zu funktionieren scheinen. Es sieht derzeit ganz danach aus, als wuerde nichts an einer Neuinstallation des Betriebssystems vorbeifuehren. Der IT-Supporter war jedenfalls mit seinem Latein am Ende, und ich ebenfalls.

Zuerst stehen jetzt aber in den naechsten knapp 48 Stunden zwei (bislang noch unvorbereitete) Midterm-Pruefungen auf dem Programm, gefolgt von je einer am Montag und am Mittwoch.

Hoechste Zeit also fuer Plan B, bestehend aus Standalone-Computer und sporadischen E-Mail-Ueberpruefungen im Computer Lab des I-House.

Und – hoffentlich effizientem – Last-Minute-Lernen. Drueckt mir die Daumen.

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Indian Summer an der Ostküste

29. Oktober 2008

Meine Bildungsreise an die Ostküste war ein voller Erfolg: zwei herrliche Herbsttage mit Sonnenschein in Boston und New Haven – und ein bewölkter dritter Tag, den ich folglich ohne schlechtes Gewissen weitgehend dem Studium widmen konnte.

So unterschiedlich die beiden Städte Boston und New Haven allein schon aufgrund ihrer Grösse waren, eines hatten sie – und die Ostküste dazwischen, der ich im Amtrak entlang gefahren bin – gemeinsam: Bäume mit leuchtenden Blättern in den wunderbarsten Herbstfarben. Stellvertretend eine Aufnahme vom Rande des Parks „Boston Commons“ im Herzen dieser europäisch angehauchten Küstenstadt.

Es lebe der Indian Summer.

Bildungsreise

26. Oktober 2008

kokoa41 meldet sich für drei Tage ab an die Ostküste nach Boston und New Haven.

Aufgrund hängiger Assignments und unmittelbar bevorstehender Midterm-Prüfungen mit schwerem Gepäck.

Aber deswegen nicht minder erwartungsvoll.

Nachtrag: Übergewicht

24. Oktober 2008

Einer meiner allerersten Blog-Beiträge aus Chicago drehte sich um das Thema Übergewicht. Die Fülle an übergewichtigen Frauen und Männern hier in den USA war einer der prägendsten Eindrücke zu Beginn des Austauschquartals (gefolgt von der Anzahl grosser Fahrzeuge), und ich habe mich auch nach über einem Monat in Chicago noch immer nicht daran gewöhnt.

Dank Recherchen für das neueste Assignment in meinem Kurs „Applied Regression Analysis“, der sich mit der statistischen Auswertung von empirischen Daten beschäftigt, kann ich diesen Eindruck nunmehr auch quantifizieren: Während in der Schweiz knapp 8% der Menschen einen BMI über 30 aufweisen (in Japan gar nur 3%), sind es in den USA deren stolze 32%. Oder in anderen Worten: Beinahe jeder dritte Amerikaner ist nicht nur übergewichtig, sondern fettleibig, wie die folgende Übersichtsgrafik zeigt:

Percentage of adult population with Body Mass Index over 30 (obese population)

[Quelle: OECD Health at a Glance 2007]

Mein subjektiver Eindruck hat mich also nicht getäuscht, weder in Japan noch in den USA.

PS: Wer sich für meine einfache lineare Regression zum Zusammenhang von Fettleibigkeit und Todesfällen durch Herzinfarkt interessiert, darf sich mein Assignment gerne ansehen: „Obesity and heart disease mortality rate – a causality?„. Aber Achtung: Bitte kein wissenschaftliches Meisterwerk erwarten.

Locker revisited

22. Oktober 2008

Und kaum wähnte sich klein Indiana Jones Herr der Lage, sollte ihm die nächste Herausforderung bevorstehen: Das Vorhängeschlosses für das Garderobenfach im Sportzentrum.

Gelassen, aber zugleich mit der nötigen Portion Sorgfalt machte sich Indiana daran, das Schloss zu öffnen, um es anschliessend an seinem Kästchen anzubringen. Dank seiner mittlerweile mehrwöchigen Locker-Erfahrung im International House wusste er, wie ein Locker zu öffnen war – und erst zwei Tage zuvor hatte er die Anleitung in der Form einer digitalen Notiz niedergeschrieben. Uhrzeigersinn, Gegenuhrzeigersinn über die Null hinaus, Uhrzeigersinn wieder über die Null hinaus… doch das Schloss wollte sich nicht öffnen.

Nicht öffnen?

Indiana wurde unsicher. Hatte er die Reihenfolge der drei Nummern falsch interpretiert, die auf dem am Locker angebrachten Metallplättchen nicht auf einer Gerade, sondern in einem Dreieck angebracht waren? Oder war vielleicht keine Drehung über die Null hinaus erforderlich?

Als auch zwei, drei weitere Versuche erfolglos blieben, packte er die Gelegenheit beim Schopf, die in der Umkleidekabine auf ihn wartete: ein (bis dahin) flüchtiger spanischer Bekannter aus dem I-House, der ein täglicher Gast im Gym war und folglich danach aussah, als könnte er als fachkundiger Experte dienen. Und dies tat er dann auch – wenngleich mehrere Versuche nötig waren, bis klein Indiana am Schluss den Locker tatsächlich öffnen konnte. Erst im Nachhinein sah letzterer auch, mit was für einer Herausforderung er es an jenem Abend zu tun hatte: Mit dem Master-Locker, so die eingravierte Bezeichnung.

Das bekannte Rezept, das im I-House bei beiden Lockern stets problemlos zum Ziel führt, konnte dieser Master-Herausforderung ganz offensichtlich nicht standhalten. Sodann bemühte sich klein Indiana, sich das neue Master-Rezept, aus kundigem Munde des spanischen Power-Locker-Openers empfangen, zu verinnerlichen:

1. Ein paar (Teil-)Umdrehungen im Uhrzeigersinn, um das Schloss zu neutralisieren.
2. Im Uhrzeigersinn weiterdrehen bis zur ersten Zahl.
3. Bei der ersten Zahl anhalten, dann im Gegenuhrzeigersinn drehen, die zweite Zahl einmal überqueren und erst beim zweitmaligen Erreichen der zweiten Zahl anhalten.
4. Wieder im Uhrzeigersinn bis zur dritten Zahl weiterdrehen und beim erstmaligen Erreichen der dritten Zahl (unabhängig davon, ob die Null überquert wurde oder nicht) anhalten.
5. Ein letztes Mal die Richtung ändern und wiederum im Gegenuhrzeigersinn drehen und dabei gleichzeitig den Metallbügel vom Schlossunterteil wegziehen.

Und siehe da: Das Schloss war offen.

Erneut fühlte sich klein Indiana, als hätte er zum ersten Mal eine (dieses Mal bedeutend grössere) Schatzkammer geöffnet, und war fürwahr etwas stolz auf sich, als er nach dem Joggen, bei dem er sich prächtig von den Locker-Strapazen erholen konnte, das Master-Locker-Vorhängeschloss gleich im ersten Anlauf öffnen konnte.

Zuhause angekommen, stellte er dann mit Interesse fest, dass das neue Master-Locker-Rezept auch für den I-House-Locker taugt. Offensichtlich war das alte Rezept bloss für den Spezialfall, nicht aber für den generellen Fall geeignet.

Und so nahm sich Indiana vor, beim nächsten Zusammentreffen mit der amerikanischen Locker-Instruktorin der ersten Stunde nochmals nachzufragen, wie denn genau aus ihrer Sicht das Rezept zum Öffnen der amerikanischen Zahlenschlösser lauten würde.

Vielleicht hatte er ja beim ersten Mal auch einfach nur nicht richtig zugehört.

Chicago at night

21. Oktober 2008

Blick aus der Bar des „Signature Room“ im 96. Stock des John Hancock Centers: Chicago at night inklusive Ufo – wie von einem anderen Stern.

Locker (Zahlenschloss)

20. Oktober 2008

Wenn ich in meinem ersten Monat in den USA etwas fürs Leben gelernt habe, dann das Folgende: Wie man einen amerikanischen Locker mit Zahlenschloss öffnet.

Was amerikanische Kinder bereits während ihrer Schulzeit lernen, mussten sich die beiden Austauschstudenten aus Deutschland und der Schweiz zuerst von einer amerikanischen Mitbewohnerin vorzeigen lassen, nachdem sie es auch nach mehreren Anläufen nicht geschafft hatten, ihren neu erstandenen Locker zu öffnen. Immerhin waren wir nicht die einzigen, wie ich zu einem späteren Zeitpunkt von einem anderen neuen Hausbewohner erfahren durfte.

Mittlerweile geht das Öffnen der beiden Locker (1 Mal Geschirr, 1 Mal Essen) indes fast im Schlaf – mal schauen, ob ich die beiden Dreier-Zahlenkombinationen auch über meine USA-Zeit hinaus im Kopf behalten werde.

Für alle zukünftigen Amerika-Abenteurer die „How to open a locker“-Kurz-Anleitung (gemäss Instruktion von besagter Amerikanerin):

1. Zur Sicherheit zuerst ein paar (Teil-)Umdrehungen im Uhrzeigersinn, um das Schloss zu neutralisieren.
2. Im Uhrzeigersinn weiterdrehen bis zur ersten Zahl des dreistelligen Codes, dann die Richtung ändern und im Gegenuhrzeigersinn – über die 0 hinweg – bis zur zweiten Zahl drehen.
3. Bei der zweiten Zahl erneut die Richtung wechseln und wieder im Uhrzeigersinn bis zur dritten Zahl drehen (über die 0 hinweg). Kurz vor der dritten Zahl steigt der Widerstand stark an, bis sich die Türe beim Erreichen der dritten Zahl schliesslich öffnet.

Und plötzlich fühlt man sich wie ein kleiner Indiana Jones. Zumindest beim ersten Mal.

Foosball

18. Oktober 2008

Ich gestehe: I love foosball – und dies nicht erst, aber ganz besonders seit diesem Sommer.

So ist es denn ein wahrer Glücksfall, dass in der Dining Hall des International House nicht nur ein Tischfussball-Tisch steht, sondern dieser auch (welche Überraschung für das I-House) kostenlos genutzt werden kann. Mittlerweile hat sich das abendliche „Töggele“, wie wir Schweizer dieses Spiel zu nennen pflegen, zu einem festen Wert als Auflockerung zum abendlichen Lernen gemausert, und die europäisch-amerikanische I-House-Foosball-Crew trifft sich beinahe allabendlich in unterschiedlicher Zusammensetzung in der Dining Hall zum (Tisch-)Kickern (wie die Deutschen zu sagen pflegen). Zurzeit in der engsten Auswahl mit von der Partie: ein Amerikaner, ein Deutscher, ein Schweizer – und eine Amerikanerin, die den drei Männern jeweils (wenn auch immer weniger) das Fürchten lehrt. Sie bringt jeweils ihre eigenen Bälle mit (!), darunter einen „Soccer Ball“, dessen Geschwindigkeit kaum zu überbieten ist.

Einen Griechen habe ich leider bislang noch keinen getroffen, und der Luxemburger zeigte zum Glück bislang kein Interesse an einer Partie.

Was dem mehr oder minder eingefleischten Schweizer Töggeler am obigen Bild auffallen wird: Alle amerikanischen Tischfussball-Tische, auf denen ich bislang spielte (übrigens auch erfolgreich mit einem schwedischen Partner), besitzen in der letzten Reihe nicht nur einen Torhüter, wie dies in der Schweiz die Regel ist, sondern auch noch einen linken und rechten Aussenverteiger.

Ein Grund mehr, weshalb sich die Amerikaner je länger, desto mehr an der Schweizer Defensive ihre Zähne ausbeissen. Wäre ich länger hier in Chicago, ich müsste eine „Chicago GSB Foosball Group“ gründen.

Rauchfrei

17. Oktober 2008

Die von der GSB Media and Entertainment Group organisierte Party am Mittwochabend in der Funky Buddha Lounge war unseres Austauschstudenten-Erachtens ein Flop. Einzige Ausnahme: Das obige Gemälde, dass der Maler während des Abends, der ganz im Zeichen von künstlerischen Performances aller Art stand, fertigstellte.

Das schöne am Party-Flop: Abgesehen vom bescheidenen Eintritt hielt sich der Schaden in engen Grenzen. Namentlich konnte ich zu Hause beim Ablegen meiner Kleider zum ersten Mal die erfreuliche Seite von rauchfreien Bars kennen lernen.

Student Groups

15. Oktober 2008

Die Universität St. Gallen ist bekannt für ihre grosse Zahl an Verbindungen und an anderweitigen studentischen Gruppierungen, die sich abseits der Vorlesungen allen möglichen und unmöglichen Zwecken widmen. Vom Bankers Club über die HSG-Big Band und St. Gallen Sailing bis hin zum Cercle Sniffieux und dem Bündnis Österreichischer Studenten gibt es beinahe für jedes Interesse eine entsprechende Vereinigung.

Ähnlich verhält sich dies an der Chicago GSB – wenn auch mit etwas anderen (weniger ausgefallenen) Schwergewichten: Die Student Groups lassen sich grundsätzlich in zwei Gruppen einteilen, in solche, die beruflich ausgerichtet sind und sich bestimmten Branchen oder Regionen widmen (Investment Banking Group, Real Estate Group, Management Consulting Group, South Asia Business Group, etc.), und in die anderen, die zur Verfolgung und Ausübung persönlicher Interessen und Hobbies gebildet werden (GSB Soccer Club, ChicagoGSB Golf Society, Giving Something Bank, etc.).

Die Fülle an E-Mails, die jeden Tag in den digitalen Postfächern der Studierenden eintreffen und diese auf die bevorstehenden Lunches, Vorträge, Lebenslauf-Review-Sessions, Parties, Ausflüge und anderweitigen Anlässe aufmerksam machen, ist gewaltig, zumal daneben an der GSB auch noch zahlreiche anderweitige Veranstaltungen durchgeführt werden, vom LPF mit Getränken und Snacks für alle am Freitagnachmittag über die vielen Angebote von Career Services (u.a. ExploreMore-Anlässe, an denen MBA-Studenten im 2. Studienjahr über ihre Praktikumserlebnisse berichten) bis hin zu eigentlichen Recruiting-Veranstaltungen und allerlei Gastvorträgen von Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft.

Fazit: Es wird mir also auch in den kommenden Wochen in Chicago bestimmt nicht langweilig. Eigentlich hätte ich ja mit meinen vier Kursen bereits mehr als genügend zu tun.

Eigentlich,