Brot

Brot-Auswahl in einem japanischen Convenience Store

Die japanische Brotkultur – ein Fall für sich. Einerseits findet sich in den Regalen der japanischen Convenience Stores eine so reichhaltige Palette an Brot an, wie sie hierzulande kaum an einem Ort anzutreffen ist. Gleichzeitig zählt Brot aber auch zu jenen Dingen, die Deutsche oder Schweizer in Japan am meisten vermissen.  Weshalb?

Meine Erklärung: Es gibt zwar in Japan jede Menge Brötchen gefüllt mit Konfitüre, Brötchen mit Curry-Sauce, Brötchen gespickt mit Trauben, süsse Brötchen, und natürlich die legendären Melonen-Brötchen – aber „echtes Brot“, mit einer harten Kruste und einem weichen Kern (im Fachjargon „Krume“ genannt), kennen die Japaner nicht wirklich. Dafür allerhand weiche Brötchen gefüllt oder gespickt mit weiss der Gugger was, sowie natürlich das „Paradebrot“ an sich: Toast. Grundsätzlich gilt in Japan denn auch weitgehend die folgende Gleichung: Brot = Toast.

Wer sich weder gewöhnlichen Toast noch abgepackte Brötchen aus dem Supermarkt oder konbini zu Gemüte führen möchte, dem bietet sich eine dritte Alternative: Ein Besuch in einer der zahlreichen Bäckereien mit zumeist französischen Namen. Mit einer Zange kann der Besucher dort aus den verschiedensten Brot- resp. Brötchensorten die wildesten Kreationen auswählen. Von der Atmosphäre her ähnelt der Einkauf in einer solchen Bäckerei einem Besuch in einer europäischen Konditorei – jedes Brötchen ein wertvolles Einzelstück, das es zu hegen gilt. Entsprechend vornehm auch die Preise.

Allein: Wer „richtiges Brot“ sucht, wird mit grosser Wahrscheinlichkeit auch hier nicht fündig werden. Dafür steht ihm ein riesiges Angebot an Brötchenspezialitäten offen – Brötchen gefüllt mit was immer das (japanische) Herz begehrt. Überaus leckere Brötchen zwar, mit Raffinesse entworfen und mit Liebe zubereitet, die ihren Preis durchaus wert sind.

Brötchen aber auch, die mit einem hundskommunen St. Galler Pfünderli einfach nicht zu vergleichen sind.

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3 Antworten to “Brot”

  1. Heydal Says:

    Vielen Dank für diesen Blog, den ich Dank Tabibitos Japanseiten entdeckt habe. Deine Erfahrungen mit der Brotauswahl in Japan kann ich nur bestätigen, mit einer Ausnahme. Die Preise in den japanischen „Konditorläden“ sind mehr als moderat. Zumindest im Vergleich mit der Schweiz ist es in Japan auf jeden Fall günstiger. Was anderes ist es bei den Okashi-ya mit den traditionellen jap. Süssigkeiten. Man zahlt ein kleines Vermögen und der Geschmack und insbesondere die Konsistenz ist für Europäer doch sehr gewöhnungsbedürftig. Zumindest ging es mir so. Mich würde übrigens auch deine Erfahrungen zu Schokolade in Japan interessieren. Vielleicht ein Thema für das nächste Mal ? Heydal

  2. kokoa41 Says:

    Hallo Heydal
    Vielen Dank für deinen Kommentar! Gut möglich, dass meine Erinnerung an die Preise der japanischen „Bäckereien“ bereits etwas gelitten hat… als günstig hatte ich sie aber damals nicht empfunden. Vielleicht rührte dies aber auch daher, dass ich ansonsten Essen in Japan im Vergleich zur Schweiz tendenziell als eher günstig einstufte, abgesehen von den sehr teuren Früchten. Mit Schokolade im Besonderen habe ich aber leider keine grossen Erfahrungen gemacht. Aufgefallen ist mir einzig, dass schwarze Schokolade gross im Trend zu sein schien… für einen Blog-Beitrag reicht dies indes nicht aus. Du darfst aber gerne an dieser Stelle deine eigenen Erfahrungen schildern!

  3. Jane Says:

    Während meines Japan-Aufenthaltes habe ich mich hauptsächlich auf Farmen, Hotels und Restaurants herumgetrieben. Dort wurde das Brot öfters auch mal selbst gebacken. Und erstaunlicherweise gab es da auch „richtiges“ Schwarzbrot, was zum Teil wirklich sehr sehr lecker war. Hier zum Beispiel in einem spanischen Restaurant namens Ibiza (obwohl ich glaube, dass man in Spanien an sich auch eher Weißbrot isst).

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