Kundenfreundlichkeit

Wie gesagt (über Angestellte in konbini und Servierpersonal in Restaurants): Kundenfreundlichkeit wird in Japan nicht nur gross geschrieben, sondern tagtäglich gelebt.

Mit Sicherheit träumt auch die japanische Verkäuferin in Tokio am Ende eines strengen Arbeitstages vom freien Wochenende, doch würde es ihr nie im Leben einfallen, den Kunden ihren Verdruss oder Ärger spüren zu lassen.

In seinem Artikel, aus dem obiges Zitat stammt, hält Urs Schoettli, NZZ-Korrespondent in Japan, weitere lesenswerte Gedanken zur Frage, „was Europa von Asien lernen kann„, bereit.

Etwas kontroverser, aber nicht minder lesenswert ist sein zweiter am heutigen Tage erschienener Artikel „Eliten als wichtige Pfeiler der Gesellschaft„, der sich stärker mit den Folgerungen für Europa beschäftigt und mit den folgenden Sätzen beginnt:

Das Erste, was man von vielen wackeren Schweizern zu hören bekommt, wenn man sie fragt, wie es ihnen gehe, ist «Stress» – ein Wort, das man bei Begegnungen mit Asiaten noch nie gehört hat. Ein japanischer Bekannter, auf Besuch in der Schweiz, meint, dass es ihm unverständlich sei, wie überhaupt ein Schweizer auf die Idee kommen könne, er hätte ein an Stress reiches Leben. Auf dem morgendlichen Pendlerzug von Luzern nach Zürich bezeichnet er die Fahrt als «reines Ferienvergnügen», was man leicht nachvollziehen kann, wenn man bedenkt, in welchen Sardinenbüchsen die «salary men» in Tokio pendeln müssen.

Denken wir am Montagmorgen daran. Oder versuchen wir es zumindest.

PS: Vielen Dank an Tom für die beiden Lesetipps!

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5 Antworten to “Kundenfreundlichkeit”

  1. Dan Says:

    Aus dem Besuch in einem fremden Land auf das Leben dort zu schliessen ist keine gute Idee, die entsprechenden Schlüsse sind meistens falsch. Ich sage ja auch nicht, die Japaner würden sehr ineffizient arbeiten und deswegen viel Zeit im Büro verbringen … 🙄

  2. Dan Says:

    Ja, und Schoettli. Von ganz Asien lernen. Bloss weil er glaubt, HALB Asien als Korrespondent abdecken zu können …

  3. blueschi Says:

    Hi Dan, ich weiß gar nicht was du hast. Kann das was er schreibt durch aus nach voll ziehen und auch bestaetigen. Ich lebe in Japan (seit drei Jahren). Warum sagst du nicht das Japaner ineffizient arbeiten? Es gibt 1000de und ganz sicher noch mehr Firmen die man effizienter arbeiten lassen koennte.
    Vielleicht hast du damit ja sogar recht?

    Das Europa von Asien lernen kann ist genauso gut wie Asien von Europa. Ueber was regst du dich eigentlich so auf?

    Dan ich wage mal zu sagen das du genau der Spiegel bist und ich werde schon mal meinen Kopf einziehen wenn du das geschrieben in der Luft zerreisen wirst.
    Gruss aus Japan.
    E.

  4. mds Says:

    Stichwort «Karoshi»?

  5. kokoa41 Says:

    Vielen Dank für eure Kommentare! Ich werde hoffentlich nach meinen Prüfungen einmal Zeit für eine ausführliche Replik finden.

    Im Moment nur soviel: Klar, man kann immer alles übertreiben – sei es das Schlüsse ziehen oder sei es das Arbeiten. In gesunden Mengen überwiegen jedoch in meinen Augen in der Regel die positiven Aspekte.

    Zum Überarbeiten habe ich mich übrigens bereits in einem früheren Post geäussert: Karoshi – Tod durch Überarbeitung.

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