konbini

Konbini 7-Eleven

Bereits verschiedentlich habe ich in meinem Blog auf eine praktische Institution Japans verwiesen, die ich in der Schweiz vermisse: die 24 Stunden am Tag und an 365 Tagen im Jahr geöffneten Convenience Stores, auf japanisch kurz konbini (コンビニ) genannt.

Beinahe an jeder grösseren Strassenecke Japans findet sich – als Ergänzung zu den noch weiter verbreiteten Verkaufsautomaten (jidohanbaiki) – ein solcher „Hightech-Multiservicestore im Tante-Emma-Laden-Format“, wie Robin Loch die Bequemlichkeits-Läden in seinem lesenswerten Artikel „Der Konbini – Bequeme Konsumoase“ treffend bezeichnet.

Es gibt praktisch nichts, was ein konbini nicht an Dienstleistungen und Waren zur erfolgreichen und bequemen Bewältigung des Alltags bietet. In erster Linie sind die konbini kleine Supermärkte, wie wir sie in der Schweiz von den immer beliebter werdenden Tankstellenshops her kennen. Gleichzeitig ist ein konbini aber – neben anderem – auch noch Schnellrestaurant, Post, Bank, Copy-Shop, Ticket-Service und verfügt zudem stets über eine Toilette, was nicht nur, aber ganz speziell für Touristen äusserst praktisch ist. Geschätzt habe ich persönlich neben dem Essens- und Getränkeangebot vor allem auch die Möglichkeit, meine Mobiltelefon-Rechnungen im konbini zu begleichen.

Um diese umfassende Servicequalität erster Güte auf kleinster Fläche anzubieten, haben die japanischen konbini-Geschäftsketten 7-Eleven, Lawson, FamiliyMart (und wie sie alle heissen) perfektioniert, wovon in der betriebswirtschaftlichen Literatur oft die Rede ist: ein ausgeklügeltes Informationssystem (im Fachjargon Point-of-Sale-System genannt), das die Angaben über die verkauften Produkte und somit den Bestellbedarf direkt an die Zentrale weiterleitet, verbunden mit einem effizienten Distributionsnetzwerk, das mehrere Lieferungen pro Tag ermöglicht. So können die einzelnen konbini-Läden auf den Unterhalt eines eigenen Lagers verzichten und den Kunden dennoch ein höchstes Mass an Verfügbarkeit und Frische der Produkte bieten.

Der grösste Wert der konbini aus Kundensicht aber wurde mir am vergangenen Mittwoch wieder einmal deutlich bewusst, als ich spätnachts nach einer Studentenparty auf dem Nachhauseweg frühmorgendlichen Hunger verspürte – im Wissen, dass in meinem Kühlschrank aufgrund bevorstehender Festtage gähnende Leere herrschte: In Japan pflegte ich mich in solchen Situationen stets im nächsten konbini mit einem Brötchen und einem Mineralwasser zu stärken.

Hierzulande blieb mir mangels besserer Alternative nichts anderes übrig, als – zuhause angekommen – ein Schüsselchen mit Corn Flakes und Milch zu füllen. Was zwar auch nicht grundschlecht, aber mit der japanischen konbini-Variante (verbunden mit einer auch in der Nacht immer freundlichen Bedienung) doch nicht zu vergleichen ist.

Advertisements

2 Antworten to “konbini”

  1. Madrilenische Neujahrserinnerungen an Tokyo « kokoa41 - a gaijin’s view Says:

    […] auf dem Heimweg vom Ausgang resp. von den Neujahrsfeierlichkeiten wie in der Schweiz auf einen konbini-Besuch verzichten […]

  2. Kundenfreundlichkeit « kokoa41 - a gaijin’s view Says:

    […] Wie gesagt (über Angestellte in konbini und Servierpersonal in Restaurants): Kundenfreundlichkeit wird in Japan nicht nur gross […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: