Anpassung vs. Abgrenzung

Ein sonntäglicher Lesetipp aus der NZZ vom 14. November 2007 für all jene, die mehr als bloss zwei Minuten freie Zeit für eine spannende Lektüre haben:

Urs Schoettli:
Eine Inselnation als Meisterin der Anpassung
Ablehnung und Übernahme des Fremden in Japan

Für all jene, die nicht zu dieser glücklichen Sorte zählen oder zählen wollen, habe ich die gut 2000 Worte des Artikels auf deren 135 zu verdichten versucht:

Die Japaner sind Meister der Anpassung an das Fremde und dessen Vereinnahmung. Die Adaption an das Fremde sorgt dafür, dass sich die Fertigkeit, sich neuen Herausforderungen ohne kostspielige Verzögerungen und gefährliche Verwerfungen zu stellen, entwickeln kann.

Es wäre indes ein gravierender Fehler, würde man nicht gleichzeitig zur Kenntnis nehmen, dass die japanische Gesellschaft gegenüber der Aussenwelt und gegenüber dem Nicht-dazu-Gehörenden auch ihre klare Trennlinien hat. Nichts ist in der Begegnung mit Japan wichtiger als die Erkenntnis, dass es eine nicht zu überwindende Trennung in «wir» und «die anderen», die Fremden, gibt. Als Inselnation ist Japan in dieser Grenzziehung viel strikter als China oder Indien. Dies hat seine schmerzhaften Konsequenzen, aber auch seine Vorteile. Sie hat es Japan in den letzten 150 Jahren der wachsenden Integration in die westliche Zivilisation erlaubt, seine Seele intakt zu halten.

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