Archive for Juli 2007

Achtung Sonne!

31. Juli 2007

Fiaker vor Schloss Schönbrunn in Wien

Schönheitsideale sind – wie Geschmäcker – verschieden.

Während europäische Damen in den Sommerferien am Strand fleissig dem Sonnenbad frönen und sich hierbei zuweilen gar ihres Bikini-Oberteils entledigen, um nahtlos knackig braun zu werden, meiden die Japanerinnen die Sonne wie der Teufel das Weihwasser. Oder wie mein österreichischer Japan-Blogger-Kollege Helmut schreibt:

Viele Japanerinnen wollen (wie die Damenwelt in Europa auch noch im 19. Jahrhundert) nicht gerne braun werden und lieber weiß sein – deswegen sieht man so viele japanische Damen mit Sonnenschirmen (oder Hüten) umherspazieren!

Dass in Japan Sonnenschirme den Liegestühlen gemeinhin vorgezogen werden, liess sich auch in Wien bei den vielen anwesenden japanischen Touristen beobachten: Sogar während der Fiaker-Fahrt vor Schloss Schönbrunn durften Sonnenschirm und Hut nicht fehlen – was bei Temperaturen von über 35 Grad Celsius im Schatten indes mit Sicherheit keine schlechte Idee war.

Und zudem viel stilvoller und gesünder, als sich wie viele Britinnen und Briten an den Stränden Europas wie Würste an der prallen Sonne rot braten zu lassen.

Aber eben: Schönheit ist Geschmackssache.

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Nachtrag: Inemuri

24. Juli 2007

Inemuri im St. Stephansdom in Wien

Wie gesagt: Inemuri, Anwesenheitsschlaf, „kann man überall machen, wo man eine Weile sitzen bleiben muss“ – auch in den Kirchenbänken des St. Stephansdoms in Wien.

Jedenfalls als Japaner oder Japanerin.

Offline

9. Juli 2007

Wenn es während der kommenden beiden Wochen in meinem Blog ruhig bleibt, hat dies einen Grund: Ich weile vom 9. bis 22. Juli in den Ferien.  Zuerst eine Woche im berühmt-berüchtigten Ayia Napa auf Zypern, anschliessend fünf Tage im stilvollen Wien.

Wer neidisch werden möchte: hier klicken.

jidōhanbaiki (自動販売機)

4. Juli 2007

jidōhanbaiki

Japan ist das Land der jidōhanbaiki (自動販売機), der automatischen Verkaufsautomaten: Beinahe an jeder Strassenecke findet sich in Japan ein Verkaufsautomat, an dem sich kalte oder warme nichtalkoholische Getränke zu vernünftigen Preisen (ca. 120 Yen, d.h. Fr. 1.20) kaufen lassen. Weniger häufig sind jidōhanbaiki für Zigaretten und alkoholische Getränke, noch seltener jene für andere Güter wie beispielsweise Glace, Reis oder Omikuji in Tempelanlagen. Weit verbreitet dagegen sind Verkaufsautomaten auch zum Verkauf von Essensbons in Imbisslokalen oder in der Uni-Mensa.

Gemäss der Japan Vending Machine Manufacturers Association zählt die Verkaufsautomaten-Dichte Japans mit 1 Automat pro 23 Einwohner zu den höchsten der Welt. Im englischsprachigen Wikipedia findet sich eine spannende Liste, was bis zum heutigen Tage bereits alles in jidōhanbaiki (zusammengesetzt aus den japanischen Wörtern jidoō „automatisch“, hanbai „Verkauf“ und ki „Maschine“) angeboten worden ist. Zu meinen persönlichen Favoriten zählen dabei blutgruppenabhängige Kondome, lebender Hummer und Rhinozeroskäfer als Haustiere für Kinder. Die spinnen, die Japaner.

Aus Schweizer Sicht fällt aber vor allem eines auf: In Japan gibt es zwar Verkaufsautomaten für Softgetränke wie Sand am Meer. Gemischte Verkaufsautomaten, an denen wie an Schweizer Selecta-Automaten gleichzeitig Getränke, Süssigkeiten, Snacks, Kondome und andere Güter bezogen werden können, sind in Japan jedoch gemäss meinen Erfahrungen gänzlich unbekannt. Dafür kann der Konsument aus Dutzenden Sorten von kaltem oder warmem Grüntee oder Kaffee auswählen. Super.

Aber für etwas gibt es in Japan ja auch noch die 24 Stunden am Tag geöffneten Convenience Stores gleich um die Ecke.

Nachtrag: No pain, no gain

1. Juli 2007

Aufstiegsroute Fujisan

Heute bin ich beim Stöbern in den Gruppen von facebook (dem grossen Bruder von studiVZ), wo ich seit neuestem aufgrund von Anfragen aus Japan und China ebenfalls Mitglied bin, zufälligerweise auf ein Zitat gestossen, mittels dessen sich mein letzter Blog-Eintrag „No pain, no gain“ doch noch in einen passenden Japan-Kontext stellen lässt.

Die regelmässigen Leserinnen und Leser meines Blogs werden es wissen: Bereits mehrfach habe ich mich an dieser Stelle als Fujisan-Liebhaber geoutet und vom unvergesslichen Wochenende mit der Doppelbesteigung des höchsten Bergs Japans berichtet, die keine grossen Schwierigkeiten mit sich brachte – von der Schwarzmalerei eines japanischen Sprichworts einmal abgesehen.

Dass eine Fujisan-Besteigung durchaus auch andere Erinnerungen hinterlassen kann, beweisen die folgenden Zeilen, gefunden im Beschrieb der facebook-Gruppe „I nearly died climbing Mt Fuji“:

I don’t know what was worse: The rain, the extortionist prices, the least friendliest Japanese people ever or just the fact that we seriously could have died. If the path to enlightenment involves suffering then get down on your knees and call me buddha.

Verstanden, Buddha.