Japanische Männer

Japanische Männer sind für mich weitestgehend ein Buch mit sieben Siegeln geblieben. Die wenigen Japaner, die ich etwas näher kenne, sind allesamt zur Sparte Exoten zu zählen: Aufgewachsen in Russland, von Beruf Musiker – oder Koch in Frankreich, um dem japanischen Arbeitsalltag zu entgehen.

Sodann ist mein Bild der typischen japanischen Männern ein durch und durch oberflächliches – ein Bild, das zudem geprägt wird von den nicht immer sehr schmeichelhaften Einschätzungen aus der Sicht verschiedener Japanerinnen. In Erinnerung behalten werde ich die japanischen Männer vor allem in einer Situation, die sich beinahe täglich wiederholte: Japanische Männer, die sich auf der Männertoilette vor dem Spiegel mit ihren Händen durch ihre mittellangen Haare fahren und ihre Frisur zurechtrücken. (In etwa so also, wie ich mir vorstelle, dass es auf den Schweizer Frauentoiletten zu- und hergehen muss.)

Wenn ihnen auch manch etwas abgehen mag – beispielsweise Entschlussfreudigkeit, wie sich eine junge Japanerin aus Hiroshima bei mir beklagte -, etwas kann man den japanischen Männern nicht vorwerfen, ohne ihnen Unrecht zu tun: Dass sie zu wenig Wert auf ein gepflegtes Aussehen legen würden.

Ganz im Gegenteil: Für einen unwissenden Betrachter wie mich scheinen die Attribute „Modisch gekleidet sein“ und „Cool aussehen“ geradezu zum Haupt(ver)kaufsargument der japanischen Männerwelt zu zählen. Die Aussagen meines Gastvaters, dass sich der Fleiss der männlichen Studenten in engen Grenzen halten würde, und die vielen trendy gekleideten Japaner auf dem Campus passten jedenfalls zu diesem (selbstgemachten?) Bild.

Naheliegend also auch, was gemäss Aussagen eines anderen eingefleischten Japan-Entdeckers einer der Hauptvorwürfe der japanischen Frauen an die europäischen Männer ist: Schlecht gekleidet, zu wenig Augenmerk auf ein gepflegtes Äusseres.

Dagegen gibt es – zumindest von meiner Seite – nichts einzuwenden, auch wenn ich seit gestern stolzer Besitzer zweier Paar neuer Hosen, einer (längst fälligen) neuen Jacke und eines neuen Pullovers bin. Aber es wird wohl bei diesem einzelnen Strohfeuer bleiben. Einmal Shopping-Muffel, immer Shopping-Muffel – daran können auch gut gekleidete Japaner, die sich in der Männertoilette vor dem Spiegel mit ihren Händen durch ihre mittellangen Haare fahren und ihre Frisur zurechtrücken, nichts ändern.

Aber – so denke ich mir, ganz Europäer – vielleicht ist das ja auch gar nicht nötig: Wir westlichen Männer haben bekanntlich andere Vorzüge. Und diese werden glücklicherweise auch von der japanischen Frauenwelt geschätzt.

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Eine Antwort to “Japanische Männer”

  1. Japanische Frauen (4) « kokoa41 - a gaijin’s view Says:

    […] soll der Zukünftige – ganz wichtig – wenn immer möglich hübsch und trendy und in jedem Fall gepflegt […]

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