Archive for März 2007

Englisch ist eine schwere Sprache (3)

29. März 2007

Swan of Play

スワンのたわむれ – das Spiel der Schwäne als Eisfigur am diesjährigen Sapporo Snow Festival.

Wer genau hinschaut und sich im Japanischen ein bisschen auskennt, wird feststellen, dass der Übersetzer mit dem Unterschied zwischen der japanischen „の“- und der englischen „of“-Konstruktion (übrigens nicht nur bei dieser Figur) seine Liebe Mühe bekundet hatte: Während sich der japanische Name der Skulptur von der Konstruktion her am ehesten mit „Der Schwäne Spiel“ (suwan no tawamure – Schwäne vorangestellt) ins Deutsche übersetzen lässt, sollte er im Englischen eigentlich „Das Spiel der Schwäne“ (Play of the Swans – Schwäne nachgestellt) lauten.

Eigentlich. Die umgekehrte Benennung „Swan of Play“ tat der Schönheit der Skulptur selber indes keinen Abruch.

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Englisch ist eine schwere Sprache (2)

27. März 2007

No moer Hiroshima

Der Botschaft „No moer Hiroshima“ ist uneingeschränkt beizupflichten, der Schreibweise nur bedingt: Von Kindern gefaltete Papierkraniche im Friedenspark von Hiroshima.

Englisch ist eine schwere Sprache (1)

26. März 2007

Adlut

Ticket-Automat vor den Toren des Landschaftsgartens Koraku-en in Okayama, der zu den drei schönsten Gärten Japans zählt.

Sapporo Snow Festival

23. März 2007

Sapporo Snow Festival 2007

In der Schweiz ist mit dem Frühlingsanfang der Winter zurück- resp. ein erstes Mal richtig eingekehrt. Beste Gelegenheit für einen kurzen Rückblick auf den Besuch am diesjährigen Sapporo Snow Festival (札幌雪祭り) auf Japans nördlicher Insel Hokkaido anfangs Februar 2007.

Das Fazit vorweg: Sapporo mit Snow Festival ist unter Umständen eine Reise wert – Sapporo ohne Snow Festival bestimmt nicht, von der unwahrscheinlichen Möglichkeit, dass jemand zur raren Spezies von Glockenturm-Liebhabern zählt, einmal abgesehen. Dass der im Jahr 1878 erbaute Glockenturm gar das Wahrzeichen Sapporos ist, sagt über die Sightseeing-Attraktivität der fünftgrössten Stadt Japans (1.9 Millionen Einwohner) alles aus.

Das Snow Festival selber hat indes durchaus seinen Reiz: An zwei verschiedenen Standorten im Stadtzentrum erwarten die Besucher einerseits eindrückliche Schneeskulpturen unterschiedlichster Grösse und andererseits kunstvolle Eisfiguren, die dieses Jahr leider bereits vor der Festival-Eröffnung unter dem zu warmen Winterwetter etwas gelitten hatten. Auf einem Schneefeld ausserhalb der Stadt, das mittels Bus bequem zu erreichen ist, steht zudem allen Familien ein grosser Kinderspielplatz inkl. Schnee-Labyrinth zur Verfügung. Der Eintritt ist an allen drei Orten dank Skulpturen-Sponsoring durch Unternehmen wie Coca-Cola oder Disneyland kostenlos.

Richtig eindrücklich ist das Festival erst am Abend, wenn die Schnee- und Eisskulpturen in der Stadt farbig beleuchtet sind. Es lohnt sich dabei, den Sapporo Tower mit dem Lift oder zu Fuss per Aussentreppe zu erklimmen: Die Aussicht auf das nächtliche Sapporo mit den beleuchteten Schneebauten zu Füssen ist wirklich erstklassig. Und wer für den Weg nach unten die Aussentreppe statt den bequemen Lift nimmt, darf sich unten angekommen gar mit einer kostenlosen warmen Hokkaido-Milch stärken. よかったよ。

Ebenfalls empfehlen kann ich einen Besuch in der Baileys-Schneebar, wo man sich mit Baileys-Kaffee bestens wärmen kann. Das war durchaus nötig, war doch der Winter mit uns nach Sapporo zurückgekehrt: An beiden Tagen, die wir in Sapporo verbrachten, schneite es fast ununterbrochen (vom leichten Regen bei der Ankunft einmal abgesehen).

Zwei Tage sind übrigens für einen Besuch am Sapporo Snow Festival mehr als ausreichend. Eigentlich genügt sogar ein einziger – auch wenn man dann vielleicht auf den Anblick vieler herziger Kinder auf dem Aussenstandort Sato Land Site verzichten muss.

Winners Never Quit

22. März 2007

Sonnenuntergang auf dem Gipfel des Mt. Fuji

Sonnenuntergang auf dem Gipfel des Mt. Fuji am 21. Oktober 2006.

Im Gedenken an einen lebenslustigen jungen Mann voller Tatendrang, an dessen Seite man auch in der Stunde der Niederlage zu den Siegern zählte. Wir werden dich vermissen, Felix.

Lautsprecher

21. März 2007

Lautsprecher

Pimp My Ride“ auf Japanisch: Ein Mitsubishi-Fahrzeug mit eindrücklichem Lautsprecher-Aufbau, angetroffen ganz in der Nähe meines Zuhauses in Kasuga-cho, mitten in einem Wohnquartier. Die Messlatte für Ruhestörung liegt in Japan also um einiges höher als in der Schweiz – zumindest was Autos mit Lautsprecher-Aufbau anbelangt.

Was der obige Herr mit seiner Rede in der leeren Gasse indes genau beabsichtigte, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Aber einer der in Kanji bewanderten Blog-Leser wird uns sicherlich aufklären können.

Priority Seat

19. März 2007

Priority Seat

Die japanischen Züge verfügen über eine eigentlich sehr sinnvolle Einrichtung: Priority Seats für werdende und frisch gewordene Mütter, ältere Personen und Menschen mit einer körperlichen Behinderung.

Allein: Wer die Menschen, die tatsächlich auf den Priority Seats sitzen, einmal etwas näher betrachtet, wird schnell feststellen, dass die allermeisten normalerweise zu keiner der soeben aufgezählten Kategorien zählen. First come, first served – der Schnellere ist der Geschwindere.

Verübeln kann man es den Pendlern in den japanischen Zügen angesichts der wenigen verfügbaren Sitzplätze nicht wirklich. Zumindest solange nicht, wie sie bei Bedarf für Mütter, Ältere und Menschen mit einer Behinderung tatsächlich Platz machen.

Daran hapert es jedoch nach meinen persönlichen Beobachtungen nicht zu selten. Was beim Anblick der obigen Foto, aufgenommen in einem Zug der Japan Railways (JR) in Hokkaido, nicht weiter erstaunen dürfte.

Autos

16. März 2007

Autos vor einer Golf-Abschlag-Anlage in Tokyo

Als Auto-Banause, der ich trotz meines heutigen Besuchs am Auto-Salon in Genf ganz zweifelsohne bin, sind mir in Tokyo auf dem Gebiet „Autos“ in erster Linie zwei ganz banale Dinge aufgefallen: Einerseits habe ich in Tokyo kaum einmal ein schmutziges Auto gesehen. Die Fahrzeuge waren stets blitzsauber, als stünde eine Ausstellung oder eine anderweitige Inspektion bevor. Andererseits sind mir die doch zahlreichen Fahrzeuge der Marke BMW in der ansonsten klar dominierenden Masse der japanischen Autos immer wieder ins Auge gestochen. Beide Beobachtungen treffen keinesfalls ausschliesslich, aber natürlich ganz besonders auf den oben abgebildeten Parkplatz vor einer Golf-Abschlag-Anlage in der Nähe meines Zuhauses in Tokyo zu.

Die BMW-Gefährte scheinen also in Japan in der Kategorie der ausländischen Fahrzeuge eine hohe Popularität zu geniessen. Mercedes darf dafür im Gegenzug mitunter auf eine ganz treue Kundschaft zählen: die Yakuza, die japanische Mafia. Für einmal gehört der etwas zweifelhafte Ruf also nicht wie in der Schweiz BMW, sondern seinem deutschen Konkurrenten. Hauptsache, der Yen rollt für beide.

Innerhalb der japanischen Eigenmarken kommt Toyota weiterhin eine Sonderstellung zu. Dies zeigt sich nicht zuletzt daran, dass die Tokyoter Taxi-Chauffeure grundsätzlich einen Toyota fahren. Ausnahmen gibt es sicherlich zahlreiche, auch wenn ich mich spontan an keine erinnern kann. Aber das liegt wohl in erster Linie daran, dass sich meine Taxi-Beanspruchung während meines Japan-Aufenthalts in sehr engen Grenzen gehalten hat. Dem Portemonnaie zuliebe.

PS: Geheimtipp für alle männlichen Auto-Liebhaber, die es am Samstag oder Sonntag (doch) noch an den Auto-Salon verschlagen sollte: Schaut unbedingt beim Info-Stand von Suzuki vorbei, es lohnt sich – zumindest wenn man zur richtigen Zeit aufkreuzt. Und zwar nicht (nur) des aufgemotzten Swift Sport wegen.

Flaute im Bett

15. März 2007

Was bei Blick gestern reisserisch mit „Sex-Notstand in Japan“ übertitelt wurde, formulierte NZZ Online etwas blumiger: „In Japan herrscht Flaute im Bett„.

Tatsache ist: 39.7 Prozent der von der Japanischen Vereinigung für Familienplanung befragten Japanerinnen und Japaner hatten mehr als einen Monat lang keinen Sex. Selbst unter Verheirateten lag die Rate nur geringfügig niedriger, nämlich bei 34.6 Prozent.

Kunio Kitamura, der Direktor der Japanischen Vereinigung für Familienplanung und Urheber der Umfrage, ortete die Gründe für diese „Sexmüdigkeit“ der Japanerinnen und Japaner einerseits im Stress im Arbeitsleben und andererseits im Verlust von physischen Kommunikationsfähigkeiten im Zeitalter des Internets.

Wer weiss: Vielleicht sollte der japanische Bildungsminister also inskünftig zum Wohle der Nation in den Lehrplänen das 10-Finger-System durch die Gebärdensprache ersetzen. Der Förderung der „physischen Kommunikationsfähigkeiten“ wegen.

Blumengesteck Hello Kitty

13. März 2007

Aller guten (süssen) Dinge sind drei: Nach Pu-san und Hiyoko möchte ich diese kleine Serie des Süssen und Süssgesagten mit der in Europa wohl bekanntesten japanischen Vertreterin abschliessen: Hello Kitty, in Japan liebevoll Kitty-chan (キティちゃん) genannt.

Auch wenn キティちゃん in einem direkten Google-Duell gegen プーさん mit 1’550’000 zu 2’460’000 Nennungen den Kürzeren ziehen muss: Kitty-chan ist in Japan wie Pu-san überall anzutreffen – nicht nur an meinem Weihnachtsbaum. Obiges Blumengesteck beispielsweise wurde am 23. Dezember 2006 als spezielles Weihnachts-Arrangement in der Nähe von Ginza angeboten. Hätte es nicht stolze 4725 Yen, rund 50 Schweizer Franken, gekostet, hätte ich es meiner Gastmutter glatt als Weihnachtsgeschenk gekauft.

Hätte. Und trotzdem: Wäre ich Schweizer Florist, ich würde den Versuch mit einem „Hello Kitty“-Blumengesteck wagen. Ich bin mir sicher, dass die Schweizerinnen ebenfalls ihre Freude daran hätten – und einen zahlungswilligen Freund oder Ehemann dazu.