Internetverbindung

Würde mich heute, am 5. Januar 2007, jemand fragen, was ich denn hier in Japan am meisten vermisse, lautete meine Antwort gleich wie gestern und gleich, wie sie wohl an den allermeisten Tagen des nunmehr bereits gut dreieinhalbmonatigen Aufenthalts in Tokyo gelautet hätte: Eine normal funktionierende Internetverbindung. Keine superschnelle, aber eine verlässliche. Einfach eine, die geht, wenn man sie braucht – ob zum E-Mail-Schreiben, Skypen, aktionis.ch-Updaten oder Blog-Post-Aufschalten.

Mit dem Umstand, dass ich nur sehr, sehr selten einmal im Sitzen im Internet surfen kann, habe ich mich seit langem abgefunden. Ebenso mit der Tatsache, dass ich jedes Mal einen Koffer (manchmal den kleinen, manchmal den grossen), zuweilen durch eine kleine Plastikbox erhöht, auf dem Zimmertisch aufbauen muss, um überhaupt ein bisschen ungeschützte Wireless-Verbindung aus der Nachbarschaft empfangen zu können (im Falle des kleinen Koffers kann ich dann normal im Stehen surfen, im Falle des grossen Koffers muss ich hierzu auf den Stuhl stehen). Zu guter Letzt auch damit, dass ich für das Aufschalten jedes einzelnen Blog-Eintrags normalerweise zwischen einer Viertelstunde und bis zu einer Stunde kämpfen muss (und das Wort kämpfen ist wohl für einmal tatsächlich angebracht, wenn ich z.B. das Notebook mit einer Hand in die Höhe halte und mit der anderen Hand versuche, eine Foto doch noch irgendwie auf den WordPress-Server hochzukriegen).

Über all dies ärgere ich mich nicht – resp. nur sehr, sehr selten. Wer bloss ein ungeschütztes Wireless-Internet aus der Nachbarschaft als Tür zur weiten Welt besitzt, der darf sich nicht beklagen. Wären die Dinge anders gelagert, hätte ich bereits in den ersten Wochen meines Japan-Aufenthalts einen Wireless-Hub oder ein LAN-Verlängerungskabel gekauft und mir so einen Zugang zu der im Hause verfügbaren Breitband-Internetverbindung eingerichtet. Das sind sie nun aber einmal nicht – und damit habe ich mich bestens arrangiert. Zumindest eigentlich, im Grossen und Ganzen.

Heute ist mein grosses Geduldsfass indes wieder einmal übergelaufen: Einerseits gelingt es mir seit nunmehr drei Tagen nicht mehr, meinen Blog mit einem neuen Bild zu bestücken – dabei würde es mir an Material für neue Artikel nicht mangeln. Insbesondere die Foto vom schneebedeckten Fuji-san nach Sonnenuntergang möchte ich euch nicht vorenthalten.

Andererseits – und dies im Besonderen – ist mir heute beim Versuch, einige E-Mails aus meinem übervollen Mail-Account auf dem HSG-Server in mein lokales Archiv zu transferieren, der Löwenanteil aller mit der Uni im Zusammenhang stehenden E-Mails zwischen September und November 2006 auf Nimmerwiedersehen im Nirvana verschwunden.

Glück im Unglück: Die allerwichtigsten Nachrichten hatte ich vorsorgehalber nicht zum Transfer (ins Verderben) ausgewählt. Noch stehen die Chancen also gut, dass meine Kurse an der Sophia University wie vereinbart angerechnet und ich – vielleicht dank den nicht verschwundenen Kontaktdaten möglicher zukünftiger Arbeitgeber – irgendwann einen anständigen Job finden werde.

Gleichzeitig fühle ich mich auch wieder einmal in der Überzeugung bestärkt, dass man a) mit halben Sachen nie Erfolg haben wird und dass man sich deshalb b) auf solche „vielleicht / eventuell / manchmal / meistens geht es“-Einrichtungen nie verlassen sollte. Denn heutige Fehler war bereits vor einigen Wochen einmal aufgetreten. Ich hatte deshalb den Transfer heute extra zuerst mit weniger wichtigen E-Mails getest – was auch perfekt geklappt hatte. Mich in (wie sich herausstellen sollte: falscher) Sicherheit wähnend, wollte ich dann auch die Archivierung der relevanten Daten ohne doppelte Absicherung durchführen – und wurde dafür gnadenlos bestraft. So kann es gehen – Murphy lässt grüssen.

Merke: Immer zuerst kopieren, dann einfügen, dann löschen – nie ausschneiden, und dann einfügen. Zumindest unter widrigen Umständen, wenn es ernst gilt.

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2 Antworten to “Internetverbindung”

  1. mds Says:

    @Internet-Zugang: Könntest Du nicht beispielsweise per Handy online gehen?

    @HSG-E-Mail: Allenfalls Backup beim InfoB anfordern?

    @«Murphy»: Ja, das kenne ich auch… wichtige E-Mail druckt man sich am besten aus, Papier ist immer noch das zuverlässigste Backup. Bei allen digitalen Backup-Methoden droht leider ständig «Murphy».

  2. kokoa41 Says:

    Per Handy online gehen? Tönt irgendwie teuer… auch wenn ich keine Ahnung habe, was eine solche Flatrate in Japan kostet. Und fürs Herausfinden reicht mein Japanisch wahrscheinlich noch nicht aus. 😉
    Auf die HSG-Backup-Idee werde ich allenfalls zurückkommen, sollte ich tatsächlich eine bestimmte Mail für Beweiszwecke benötigen – derzeit bin ich jedoch zuversichtlich, dass ich beim Archivieren die allerwichtigsten E-Mails bewusst ausgeklammert hatte (auch wenn ich das natürlich nicht mehr ganz genau weiss).
    Deine Einschätzung, dass Papier noch immer das zuverlässigste Backup ist, teile ich uneingeschränkt: Nicht ohne Grund zögere ich jeweils lange, bis ich ausgedruckte Papiere, dich ich (vermeintlich) nicht mehr benötige, definitiv in den Abfall resp. ins Altpapier werfe.

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