Neujahrsmorgen

Neujahrsfrühstück 2007

Eigentlich war ich in der Silvesternacht mit meinem Brötchen aus dem Convenience Store als Neujahrsfrühstück bereits ganz zufrieden gewesen. Es sollte indes noch besser kommen.

Um ungefähr 5 Uhr morgens hatte ich mich schlafen gelegt – und nicht geplant, vor Mittag wieder aufzustehen. Umso überraschter war ich, als ich plötzlich nicht von meinem Wecker, sondern von meinem Gastvater geweckt wurde: „Stephan, you have to get up!“. Ich fühlte mich in meine Militär-Zeit zurückversetzt, als jeweils Probe-Feueralarme zu nächtlicher Stunde auf ebenso grosse Begeisterung stiessen. Musste das sein?

Meine Antwort „Why?“ vermochte trotz ihrer Kürze meine fehlende Motivation, mich aus dem Bette zu erheben, nicht zu verbergen. Auf die kurze Erläuterung „Special Breakfast“ hin war der Fall jedoch klar, ich bestätigte mit einem „Okay, I’m coming!“ und zog mir – nach einem Blick auf die Uhr: ungefähr 09.20 Uhr – meinen Trainer über.

Was mich im Wohnzimmer erwartete, war anschliessend mehr als bloss eine Entschädigung für das verfrühte Aufstehen nach bloss knapp vier Stunden Schlaf: Ein japanisches Neujahrsfrühstück mit einer Palette an unterschiedlichen Speisen, die alle eine eigene Bedeutung besitzen. Mein Gastvater kennt indes nur die eine: Wer viele Fischeier (auf der Foto, die in Bälde – so Internetverbindung will – folgt, ganz in der Mitte) isst, dem sollen viele Kinder geschenkt werden.

Dazu gab es auf den leeren Morgenmagen japanischen Reiswein, der übrigens korrekterweise nicht „sake“, sondern „nihonshu“ (日本酒) genannt wird. Der oft gebrauchte Begriff „sake“ (酒) bedeutet auf Japanisch ganz allgemein „Alkohol“. Aus eigener Erfahrung weiss ich: Wer in einem Izakaya „sake“ oder auch „nihonnosake“ bestellen will, wird vom Servierpersonal bloss fragende Blicke ernten. Das wäre wohl in der Schweiz nicht anders, wenn jemand im lokalen Rössli sagen würde: „Ich hätt gärn echli Alkohol.“ (Anmerkung für alle deutschen und österreichischen Leser: Das wäre jetzt eben Schweizerdeutsch, Lenzburger Dialekt.)

Übrigens, wenn wir gerade beim Thema Alkohol sind: Am Silvesterabend stellte mein Gastvater einen ungarischen Eiswein „Chateau Dereszla Tokaji Aszù 6 Puttonyos“ auf – kann ich wärmstens empfehlen.

In diesem Sinne: Prosit Neujahr! Gestärkt mit einem feinen, reichhaltigen Frühstück ganz besonders.

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4 Antworten to “Neujahrsmorgen”

  1. mds Says:

    Und wie bestellt man nun Sake? nihonshu o kudasai?

  2. Helmut Says:

    …Ich nehm an.. 🙂

  3. kokoa41 Says:

    Ja, mit „nihonshu o kudasai“ wird es sicher klappen – auf das „o“ kannst du dabei sogar verzichten, wenn du willst.

  4. Maria S. Says:

    Ich bin mal hier so reingestolpert weil ich die japanische Schreibweise für „Gutes Neues Jahr“ suchte.

    明けましておめでとうございます

    War interessant zu lesen! Ich selbst bin an drei Neujahrsmorgen in Japan aufgewacht (Kitakyushu).

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