Senso-ji (Tokyo)

Senso-ji (Tokyo)

Der Senso-ji liegt im Stadtviertel Asakusa und ist einer der volkstümlichsten Tempel Tokyos, was die auf der Foto abgebildeten vielen Besucher an einem gewöhnlichen Samstagnachmittag im September belegen. Der Senso-ji wurde bereits im 7. Jahrhundert gegründet und gilt damit als ältester Tempel Tokyos – viele Gebäudeteile sind indes im zwanzigsten Jahrhundert erbaute Beton-Kopien der im Krieg zerstörten Originale. Es ist deshalb mehr die Atmosphäre als die Architektur, welche einen Besuch im Senso-ji lohnenswert macht.

Bekannt ist der Senso-ji vor allem für die gewaltige rote Laterne (Bild), welche das Kaminari-mon („Donnertor“), den Südeingang des Tempelgeländes, schmückt. Vom Donnertor zum Tempel führt die Nakamise-dori, die „Strasse zwischen den Läden“, die gesäumt wird von Dutzenden von Souvenirgeschäften. Angeboten wird allerhand: von traditionellen japanischen Süssigkeiten und Speisen über Kimonos und Fächer bis hin zu buddhistischen Gegenständen und gewöhnlichem Plastik-Spielzeug.

Dem Rauch aus den grossen Weihrauchbrennern vor dem Tempel werden heilende Kräfte nachgesagt – auch von meiner Gastmutter, mit der ich den Senso-ji an meinem ersten Samstag in Tokyo besuchte. Hier forderte ich auch das erste Mal mein Schicksal heraus und zog ein Omikuji, ein papiernes Lotterie-Orakel. Dieses verhiess mir (zumindest in der englischen Fassung) unter dem Titel „Good Fortune“ eine Zukunft, wie man sie sich nicht besser vorstellen könnte: Glück und Erfolg in allen Belangen – sowohl in beruflicher, familiärer und finanzieller Hinsicht.

Sodann entschloss ich mich gleich damals dazu, dass dieses Omikuji das einzige während meines ganzen Japan-Aufenthalts bleiben würde. Man soll sein Schicksal bekanntlich nicht zu oft herausfordern – ganz im Einklang mit der folgenden Anweisung aus dem Glückslos, die ich mir merkte, ehe ich das Omikuji an der dafür vorgesehenen Stange befestigte: Bescheiden bleiben.

PS: Wem dieser Tempel-Adventskalender etwas gar bescheiden ist, der wird vielleicht andernorts glücklich, wo es täglich einen tollen (handfesten) Preis zu gewinnen gibt. Sollte ich selber mit dieser Erwähnung den heutigen Tagespreis gewinnen, hätte ich endlich einmal ein wirklich tolles Weihnachtsgeschenk für meinen Bruder. Ansonsten muss ich mir noch etwas anderes einfallen lassen.

PPS: Wer den folgenden Wikipedia-Text zu den Omikuji genau liest, wird vielleicht feststellen, dass ich dieses hervorragende Orakel eigentlich hätte behalten können. Da ich jedoch das Los auf Geheiss meiner Gastmutter und somit in gutem Glauben an der Stange befestigte, bin ich überzeugt, dass mir dies die Götter nicht verübeln werden. Und ansonsten habe ich immerhin noch eine Foto meines Omikuji als Beweis.

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2 Antworten to “Senso-ji (Tokyo)”

  1. Zurück in der Schweiz « kokoa41 - a gaijin’s view Says:

    […] hatte es doch damals in meinem Omikuji geheissen: Bescheiden bleiben. Ich gebe mir zumindest alle Mühe. Auch nach einem unvergesslichen halben Jahr […]

  2. jidōhanbaiki (自動販売機) « kokoa41 - a gaijin’s view Says:

    […] alkoholische Getränke, noch seltener jene für andere Güter wie beispielsweise Glace, Reis oder Omikuji in Tempelanlagen. Weit verbreitet dagegen sind Verkaufsautomaten auch zum Verkauf von Essensbons in […]

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