Japanische Frauen (1)

Japanische Frauen

„Gut geschrieben sind deine Berichte allemal – nur etwas wenig Sex vorhanden.“

So direkt dieser Kommentar eines treuen Lesers formuliert ist, so zutreffend ist er auch – zumindest was die zweite Aussage anbelangt. Um diesem Manko entgegenzuwirken, werde ich während der zweiten Hälfte meines Japan-Aufenthalts in regelmässigen Abständen nunmehr auch die Japanerinnen und Japaner etwas näher beleuchten. Der Fokus wird dabei – meine Leserinnen und Leser werden es mir hoffentlich nicht verdenken – vornehmlich auf dem weiblichen Geschlecht liegen. Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich mich dabei nicht allein auf meine eigenen Beobachtungen stützen muss, sondern auch auf den reichen Fundus eines erfahrenen, multinationalen Feldversuch-Recherche-Teams zurückgreifen kann. Gleichwohl wird eine gehörige Prise Subjektivität (ganz dem Blog-Motto „a gaijin’s view“ gemäss) nicht auszuschliessen sein. Aber dies wird hoffentlich dem Lesespass keinen Abbruch tun. Und ansonsten ungeniert melden, wenn ich das Kapitel beschliessen soll.

Heute: Von Fuss bis Hüfte

Gäbe es auf dieser Welt keine Schuhe mit hohen Absätzen – die japanischen Frauen würden sie noch heute erfinden. Wer sich in Tokyo umschaut, wird schnell feststellen: Hohe Absätze scheinen unter den jungen Japanerinnen beinahe Pflicht zu sein. Jedenfalls stellen flache Schuhe eher eine Ausnahme denn die Regel dar. Wer nicht abfallen will, muss aufrüsten – so ganz offensichtlich die Devise.

Persönlich überzeugt mich diese Popularität der hohen Absätze indes nur beschränkt. Der Grund ist ein einfacher: Viele Japanerinnen wissen mit diesen hochhackigen Schuhen leider nicht umzugehen. Was mir in den ersten Tagen in der Tokioter Metro neben den hohen Absätzen und den kurzen Röcken (s. nachfolgend) denn auch in erster Linie auffiel, war der schlechte Gang, über den viele Japanerinnen verfügen. Im Freundeskreis sind die Meinungen zwar geteilt, was die Ausgeprägtheit dieses Phänomens anbelangt (über die Existenz an sich herrscht Einigkeit); ich persönlich glaube fest, dass sich viele junge japanische Frauen von ihren europäischen Altersgenossinnen im Bereich „Elegante Fortbewegung“ eine dicke Scheibe abschneiden könnten.

An den Schuhen selber gibt es jedoch nichts zu rütteln: Oft enge kniehohe Stiefel mit Absatz, zuweilen auch gewöhnliche Absatz-Schuhe. Der Rest ist schnell erzählt: Bein, relativ viel Bein – und irgendwann ein für europäische Begriffe kurzer Rock oder kurze Hot Pants. Und wer sich vorstellen kann, dass dies alles zwar sehr sexy, aber keinesfalls billig wirkt, der ist auf dem richtigen Weg. Alle anderen kann ich irgendwie verstehen – denn ich selber hätte es auch nicht geglaubt, bevor ich mich hier in Japan eines Besseren belehren musste.

Natürlich gibt es grosse Unterschiede, natürlich tragen auch viele Frauen Hosen, natürlich gibt es auch manch eine Frau mit flachen Schuhen, natürlich wurden nunmehr mit dem kalten Wetter auch die Röcke etwas länger – aber im Durchschnitt wird die obige Schilderung einer jungen Japanerin, die etwas auf sich hält, in meinen Augen durchaus gerecht.

Etwas ist dabei offensichtlich: Es muss sehr anstrengend sein, eine junge Japanerin, die etwas auf sich hält, zu sein. Ein Umstand, der mitunter auch von Direktbetroffenen bestätigt wird.

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4 Antworten to “Japanische Frauen (1)”

  1. Erich Muff Says:

    Hi Stephan

    In St. Gallen stet nebst dem Nicolaus auch der lang ersehnte Break vor der Tür und so fand auch ich genügend Zeit, deine Seite etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und die Einträge zu geniessen. Ich bin begeistert. Es fehlt hier wirklich an nichts. Und wie du dir mit Sicherheit vorstellten kannst, war ich dann auch ein begeisterter Leser deines „Japanische Frauen (1)“-Artikels. Sollte es während deinem Aufenthalt in Japan nicht für die Artikel „Japanische Frauen (2-100)“ reichen, so freue ich mich bereits heute auf einen geselligen Umtrunk bei Wurst und Bier nach deiner Rückkehr.

    Gruss Erich

  2. Japanische Frauen (2) « kokoa41 - a gaijin’s view Says:

    […] Als Reaktion auf meinen ersten Beitrag über die japanischen Frauen bemängelte einer der Leser, dass das damals publizierte Bild den Schilderungen über die Kürze der Röcke und der Hot Pants nicht wirklich gerecht würde. Diese Kritik ist natürlich vollkommen berechtigt – die Foto war denn auch mehr zur Illustration der Schuhe denn der Beine gedacht gewesen, aus verschiedenen Gründen: […]

  3. kokoa41 Says:

    @ Erich: Vielen Dank für dein Kompliment!

    Für 100 Frauen-Einträge wird es wahrscheinlich aufgrund mangelnder Zeit zum Schreiben nicht reichen – aber zumindest ist der zweite Beitrag mittlerweile online. Und weitere Ideen für die kommenden Folgen habe ich bereits im Kopf… 😉

    Der gesellige Umtrunk bei Wurst und Bier ist gebucht! Irgendwelche zusätzliche Insider-Infos werde ich nach meiner Rückkehr in die Schweiz sicher auf Lager haben.

  4. Japanische Frauen (4) « kokoa41 - a gaijin’s view Says:

    […] dem Thema “Was sie lieben” annehmen sollte. Im Vergleich zu den ersten drei Artikeln [1, 2, 3] eine ungleich ehrgeizigere […]

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