Velofahren

Velo

„You are not allowed to ride the bike at night without turning on the lights. If you do not ride your bike correctly, a policeman may stop you on the streets.“

Diese Warnung aus der Info-Broschüre der Sophia University scheint ganz offensichtlich nur für Austauschstudentinnen und -studenten zu gelten. In meinem District jedenfalls sind Lichter an Velos Mangelware, was jedoch nicht heisst, dass deswegen nach Einbruch der Dunkelheit langsamer gefahren würde. In etwa die Hälfte der Radfahrer hält es zumindest mit dem militärischen Motto „sehen und nicht gesehen werden“ und verfügt wenigstens über ein Vorderlicht. Ob dieser vorherrschenden Tarn-Taktik kein Wunder also, dass Japan bei den Anzahl Verkehrsunfällen mit Personenschäden zur absoluten Weltspitze gehört.

Auch sonst kommen Militärfahrrad erprobte Personen in Tokyo ganz auf ihre Rechnung: Bei den Velos handelt es sich vornehmlich um Eingänger, Stil Frauenvelo, ohne Rücktritt. Da in der Stadt Parkplätze – noch mehr als die Lichter – eine eigentliche Rarität sind, ist das Velo ein praktisches Kurzdistanz-Fortbewegungsmittel, zumal die Strassen im Vergleich zu Schweizer Verhältnissen schmal sind. Gefahren wird dabei weitgehend auf dem Trottoir, bei Regen in der einen Hand einen Regenschirm haltend. Die Frage, ob denn das Fahren auf dem Trottoir offiziell erlaubt sei, beantwortete mein Gastvater mit einem Schulterzucken: „I don’t know.“ Wenn also sogar Universitätsprofessoren fleissig auf den Gehwegen herumkurven, wird es auch ein Schweizer Gaijin dürfen. Auf eigenes Risiko natürlich – und wenn möglich im Linksverkehr.

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Eine Antwort to “Velofahren”

  1. Motor an - Licht aus « kokoa41 - a gaijin’s view Says:

    […] Betrachter vielleicht auffällt: Japanische Autofahrer setzen ihre Lichter – ganz analog zu den Velofahrern – nur sehr sparsam ein. Ob Dämmerung, Regen oder gar Schneefall: Eingeschaltete Autolichter sind […]

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